— 12 — Der Erhaltungszustand der Knochen ist fast durchgehend schlecht. Die vielen Schnitt- und Bißspuren sowie der Grad der Zertrümmerung zeigen, daß sehr viele, wenn nicht alle Stücke als Mahlzeitüberreste anzusprechen sind. Über die absichtliche Eröffnung der Schädel- und der Röhrenknochen zur Hirn- bzw. Markgewinnung hinaus litten die Knochen unter unbeabsichtigten Einflüssen: Die weggeworfenen Mahl- zeitrückstände waren den Zähnen der Hunde und auf dem harten Boden den Tritten von Menschen und Vieh preisgegeben. Die Konservierung der Knochen im trockenen Lößboden zeitigte in Bezug auf Farbe und Substanz andere Resultate als wir sie vom Material aus Seeufer- und Moorsiedlungen her kennen: Die meisten Knochen sind gelb bis hellbraun und ohne Oberflächenglanz. Nur wenige Stücke, insbesondere solche aus der Eisenzeit, könnten ihrer dunkelbraunen Farbe wegen für «Pfahlbauknochen» gehalten werden. Die Knochensubstanz ist häufig weich, die Bruchflächen sind unsauber begrenzt und ihre Kanten stumpf. Vereinzelt sieht man jedoch auch Stücke mit scharfkantigen Bruchflächen. Es scheint, daß Nuancen in den Lagerungsverhältnissen — Luftzufuhr, Feuchtigkeit, Mineralgehalt usw. — diese Unterschiede verursachen. Ich habe versucht, möglichst alle, auch noch so unscheinbaren Fragmente zu bestimmen. Einzig Rippen, Wirbel (ohne Halswirbel 1 und 2) und die wenigen Vogelknochen sowie einige Reste von Klein- säugern wurden nicht näher untersucht. Als Vergleichsmaterial konnte ich die Sammlungen des Z. M. be- nützen. Neben den rezenten Skeletten stützte ich mich vor allem auf das beschriebene prähistorische Material von Egolzwil 2, Wauwil,. Obermeilen, Crestaulta und Zürich-Alpenquai (vergl. Tab. 3). Die Zähne numeriere ich von vorn nach hinten und bezeichne die definitiven mit großen, die Milchzähne mit kleinen Buchstaben. So umfaßt beispielsweise • eine vollständige Unterkieferzähnreihe des Hundes jederseits 3 Schneidezähne oder Incisivi Ii, I2, I3 1 Eckzahn oder Caninus C • 7 Backenzähne, nämlich: 4 Vorbackenzähne oder Prämolaren Pf, P2, P3, P4 3 Mahlzährie oder Molaren Mi, M2, M3
        

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