— 151 — Da jugendliche Zähne und Kiefer ein sicheres Auseinanderhalten zweier Individuen eher ermöglichen, kommen in der Tab. der MIZ die adulten Tiere zahlenmäßig schlechter weg als die jungen. Umgekehrt sind in der Stückzahltabelle 78 die juvenilen Tiere im Nachteil, da deren zartere Kiefer und Zähne die Jahrhunderte und die Ausgrabung weniger gut überstanden als die adulten. Zur Kontrolle stellte ich Tab. 79 auf, um von den Extremitätenknochen her die Aussagen der beiden Zähne-Kiefer-Tabellen beurteilen zu können. Zwei wichtige Resultate gehen aus allen drei Tabellen hervor: 1. Der Anteil an jungen Tieren nimmt von der Stein- zur Metallzeit deutlich ab. 2. Von allen Epochen hat die Michelsbergerzeit prozen- tual am meisten junge Tiere aufzuweisen. Im übrigen stimmt die Ex- tremitätentabelle 79 schlecht mit den Tab. 77 f. überein. Schon bei den kleinen Hauswiederkäuern mußten wir diese Feststellung machen (S. 114 f.). Was dort gesagt wurde, gilt auch hier. Weiter ist noch zü be- merken: Wie bei Ziege/Schaf stimmen die Prozentzahlen aller drei Tabellen in der Eisenzeit überein. In den ältern Epochen aber bezeugen die Extremitätenknochen wesentlich höhere Anteile an Adulttieren, als es die Kiefer und Zähne tun. Dies gilt für alle drei Hauswieder- käuer und ebenso für das Hausschwein (Tab. 28 — 29). Dies führt mich zu der Vermutung, daß die jugendlichen Extremitätenknochen sich weniger gut erhalten als Kiefer'und Zähne. Ferner behält ein Zahn, wenn er überhaupt erhalten bleibt, seine artlichen Merkmale bei. Ju- gendliche Knochen sind an sich schon schwierig zu bestimmen. Bei abgescheuerten Kanten und Vorsprüngen aber verlieren sie die Mög- lichkeit, bestimmt zu werden, bald ganz. Die Größe der Rinder Es ist ein Ziel jeder Untersuchung prähistorischen Knochenma- terials, zu einer Vorstellung über die Größe der Haustiere zu gelangen. Man möchte Mensch und Tier in ihren gegenseitigen Beziehungen mög- lichst wirklichkeitsgetreu vor sich sehen können. Dazu sind Größen- angaben besonders wichtig. Überschauen wir zuerst die Ergebnisse aus der Materialbesprechung (S. 118 — 146): Sie geben uns einige Anhaltspunkte über die relative Größe der Rinder während den verschiedenen urgeschichtlichen Epo- chen des Lutzengüetle: Alle Maße zeigen einen deutlichen Größenrück-
        

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