— 135 — das heute noch praktiziert wird: Mit einem Messer wird längs der Innenwände der Unterkiefer die Muskulatur zwischen der Außenfläche des Zungenbeins und der Mandibula durchschnitten und darauf die Zunge herausgezogen. Bei sorgfältigem Arbeiten berührt man beim Scheiden das Zungenbein nicht, verursacht aber bei raschem Vorgehen Schnitte darauf, die gerade so liegen, wie wir sie an den gefundenen Stücken sehen. Bei unserm Material zeigen je ein Michelsberger- und ein bronze- zeitliches Stück solche Schnittspuren und lassen vermuten, daß auch die Urbewohner des Lutzengüetle die Zunge fachgemäß aus dem Kopf zu lösen und als besondern Leckerbissen zu schätzen wussten. Gliedmaßenknochen Die Scapula ist schlecht vertreten; außerdem ist keine einzige komplett. Die Maße der vollständigeren Stücke sind in Tabelle 54 zusammengestellt. .v Für den kleinsten Halsdurchmesser habe ich Tab. 54 a aufgestellt. Es konnten darin einige sehr schlecht erhaltene Knochen noch berück- sichtigt werden. Die Tabelle zeigt bei aller Lückenhaftigkeit die schon bei den Zähnen und Kiefern festgestellte Größenabnahme von der Stein- zur Metallzeit. Das leichte Ansteigen der Größe von der BZ zur EZ ist wohl zufallsbedingt. Das größte Maß aus der untersten Schicht (SR) weist mit 63 mm auf einen Stier, event. einen Ochsen des Hausrindes hin. Der große Abstand zwischen diesem Maß und dem nächst klei- neren (55 mm) ist neben der Größe • ein Indiz in diesem Sinn. Das größte Stück der Michelsbergerschicht könnte mit 69 mm Halsbreite sowohl von einer wilden Urkuh als auch von einem Häüsstier oder -ochsen stammen. K. HESCHELER & J.. RÜEGER (1942, S. 452) rechnen erst Schulterblätter mit mehr als 70 mm Halsbreite mit Sicherheit zum Wildrind. Vom Humerus liegen total 110 Fragmente vor. Doch verteilt sich . diese recht große Zahl auf distale und proximale Enden sowie auf Diaphysenfragmente. Viele Reste liefern keine Maße. Zwei Oberarm- knochen sind annähernd vollständig. Ihre wichtigsten- Maße sind in der Tab. 55 zusammen mit dem Humerus unserer • Vergleichskuh «B. t. 3» enthalten. '
        

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