— 128 — Grundläge der Rassencharakteristik und daher auch der Rassentren- nung (L. RÜTIMEYER, 1861; TH. STUDER, 1883; A. DAVID, 1897; E. KUHN, 1935; u. a.). Erst später/erkannte man das Variieren als den Ausdruck der im Wildmateri-al ursprünglich steckenden und durch die Domestikation vielleicht noch vermehrten Potenzen (B. KLATT, 1927; W. HERRE, 1949; G. NOBIS, 1954). Überdies begann man, Alters- und Geschlechtsunterschiede angemessen in Rechnung zu stellen (O. VON LEITHNER, 1927; W. LA BAUME, 1947; K. HESCHELER & J. RÜE- • GER, 1942; E. DOTTRENS, 1947 a; G. NOBIS, 1954; u. a.). Nach unsern Funden hat es den Anschein, daß die Minimalgröße der Hörner vom Neolithikum über die Bronzezeit zur Eisenzeit abge- nommen habe. Die kleine Fundzahl macht unsern Horizont jedoch eng, und wir dürfen nicht ohne weiteres annehmen, daß gerade repräsen- tative Stücke in unsere Hände gelangt seien. Allerdings haben wir im schweizerischen Fundgut Parallelbefunde: Die Untergrenze der Horn- zapfengröße nimmt von der Steinzeit in Egolzwil 2 über die Bronzezeit von Zürich-Alpenquai zur Eisenzeit in Bonaduz ab. Demgegenüber findet sich bei J. U. DUERST (1904, S. 252) eine Tabelle, aus der her- vorgeht, daß in neolithischen Pfahlbauten des Bielersees Hornzapfen von nur 65 mm Länge gefunden worden sind. Also haben wir auch in der Steinzeit mit äußerst kleinen Hörnern zu rechnen. Die angedeutete Größenabnahme der Hörner mag eine Entwicklungstendenz sein, aus der keine für jeden Fundort gültige Regel zu gewinnen ist. Im ganzen genommen hat das Studium von Rinderhornzapfen et- was von seinem alten Reiz eingebüßt, seit man die ganze Breite der Variation in Form und Größe erkannt hat. Das Aufstellen und Ab- trennen verschiedener Rassen hat damit aufgehört. Man ist den Unter- suchern prähistorischen Materials dankbar, welche die Mühe nicht scheuten, auch wenig «ausstellungsfähige» Bruchstücke in ihre Unter- suchungen einzubeziehen. Nur so konnte das gesamte Spektrum der Variation sichtbar gemacht werden. Kiefer und Zähne , Auf diesem Sektor ist das Material in allen Schichten recht ausgie- big. Es lohnt sich daher, die Analyse möglichst weit zu treiben in der Hoffnung, interessante Aussagen über die. Rinder jeder Kulturepoche machen zu können. In Tab. 44 habe ich die wenigen Maße, welche die Ober.kieferstücke zu nehmen erlauben, zusammengestellt. \ i
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.