• — 127 — dene Rinderschädel Hornzapfen besitze, die «im .ganzen Laufe stark depreß» seien. Die beiden Figuren auf seiner Taf. III belegen diese Aussage klar. Auch RÜTIMEYER (1861, S. 144— 145). spricht von «deutlich depressen» Hornzapfen, doch geht die Abplattung, wie"aus den Zahlen und der' Fig. 4, Taf. II zu ersehen ist, lange nicht so weit wie beim Rind von E. NAUMANN. Dieser kleine Exkurs zeigt, was im Verlaufe der Zeit alles als «brachycere Hornzapfen» bezeichnet worden ist: Die Tab. 43, die ich hier folgen lasse, soll dies zahlen- mäßig vor Augen führen. Die Indices der beiden Durchmesser habe ich anhand der in den betr. Arbeiten gemachten Angaben selbst berechnet. . Tabelle 43 Bos taurus ,brachyceros Hornzapfen L. RÜTIMEYER 1861 E.NAUMANN 1875 E. KUHN 1932 S. 144 — 145 S. 30 
S/672 , Neolithikum Neol. — Eisenzeit 
La Tene Schweiz Starnberger See Bern, Tiefenauspital Länge 145- —210 105 
(140) Umfang, Basis 120 —155 116 
109 Grosser 0 
43—55 
' 42 
34,5 Kleiner 0 
34—43 
27 
31,5 kl. 0 Index —— (%) gr-0 
70,8— 81.3% ' 64,'3°/o 91,3 "/o Bei aller Dürftigkeit des Materials ist man doch beeindruckt von. der Mannigfalt, die sich in so .wenigen Stücken in allen Epochen abzeich- net. Diese Mannigfalt in Form und Größe muß bei den frühen Stücken (Schussenrieder- und Michelsbergerkultur) nach allem, was wir heute wissen, dem primitiven Zustand der Hausrinderp'opulationen, dem' Ge- schlechtsdimorphismus und dem individuellen Alter der Tiere zuge- schrieben werden. Ob sich im Befund aus der Eisenzeit bereits ver- schiedene Rassen abzeichnen (Zucht oder Neuimport) oder ob es sich auch hier um das natürliche Variieren einer primitiven Population handelt, kann von hier aus nicht entschieden werden. Vergl. auch den Befund bei der Tibia S. 142 f. Frühere Forscher haben je und je einen ähnlichen Größen- und Formenreichtum bei den Hornzapfen festgestellt. Damals machte man aber die Ausbildung der Hornzapfen geradezu zur osteologischen
        

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