— 123 — lichkeit mit dem vorliegenden Stück. Dagegen will unser Zapfen nicht richtig in die Zusammenstellung von G. NOBIS (1954, S. 161) hinein- passen: Der Autor fand für adulte neolithische Kühe Hornzapfenbasis- umfänge von minimal 150 mm. Sowohl der vorliegende liechtensteini- sche Zapfen als auch das Stück Nr. 1 aus Obermeilen (E. KUHN, 1935, S. 127) unterschreiten mit 142 mm dieses Maß deutlich, obschon beide sicher von erwachsenen Tieren stammen. Die untere Grenze für neo- lithische Kühe muß also tiefer gesteckt werden, als G. NOBIS (1954) angegeben hat. Die übrigen Hornzapfenreste dieser Schicht unterscheiden sich deut- lich vom soeben besprochenen Stück: An Nr. 2/381 fehlen Spitze und Basis. Im Vergleich zum vorher besprochenen ist dieser Zapfen weni- ger stark gekrümmt und hat einen,mehr elliptischen Querschnitt. Die Oberfläche ist stark porös und ohne Furchen. Diese Eigenschaften las- sen, ein jüngeres, wahrscheinlich männliches Tier erkennen. Die Zapfenwände sind dünn und an mehreren Stellen der Oberseite durch- gescheuert, so daß man durch die Löcher in die großen Hohlräume im Innern sehen kann. Die Abscheuerung ist merkwürdigerweise auf der Kurvenaußenseite am geringsten, während sie auf der Seite der kleinen Kurvatur sehr deutlich ist, so daß der Zapfen hier über der Basis fast unvermittelt etwas dünner wird. Es scheint geradezu, als ob der Zapfen eine Zeitlang als Aufhängehaken gedient habe. - • Unter dem Material aus Egolzwil 2 fand ich einen weitern Horn- zapfen, der diesem Stück weitgehend gleicht; er ist mit Nr. 52 ange- schrieben und liegt bei den als «Bos taurus brachyceros» bestimmten Knochen. Auch dieser Zapfen ist auf. der Innenseite der Krümmung stark abgescheuert. Eine Nummer (2/388) trägt- an einem kleinen Stirnbeinrest einen Teil der Hornbasis und ein Stück des Scheitelbeines. Die Frontoparietäl- naht ist geschlössen, aber noch sichtbar; das betreffende Tier war also etwa 7 — 10 Jahre alt (W. ELLENBERGER & H. BAUM, 1943). Der Stirnbeinrest läßt einen ausgeprägten Stirnwulst, somit eine typisch «brachycere» Zwischenhornlinie erkennen. Leider ist von der. Zapfen- basis nur der kleine Durchmesser abzunehmen. Dies genügt jedoch, um festzustellen, daß der Zapfen 1/621 (S, 120, Abb. 19)' deutlich über- troffen, Zapfen Nr. 2/381 jedoch nicht erreicht wird (s. Tab. 42). \
        

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