— 115 — Behandlung erfuhren. Es wäre z. B. denkbar, daß in der Schussenrieder- zeit die Köpfe auch der jungen Tiere etwa aus kultischen Motiven heraus sorgfältiger behandelt wurden als die Extremitätenknochen, während in der Eisenzeit diese Sonderbehandlung der Köpfe wegfiel. In der Eisenzeit stimmen denn auch die Prozentzahlen der drei Tabel- len annähernd überein. Zusammenfassend sei das folgende nochmals betont: Die Schafe überwiegen in allen Schichten. Besonders stark dominieren sie in der Horgener- und in der Bronzezeit (zwei- bis dreimal soviel Schafe wie. Ziegen). In der Michelsbergerschicht halten sich die beiden Arten fast die Waage. Die erwachsenen Tiere sind entweder gleich stark oder deutlich stärker vertreten als die jungen.' Die.Größe von Ziege und Schaf Es bleibt noch, anhand der Maßtabellen die Größe der Ziegen und Schafe abzuschätzen und mit der anderer Stationen der entsprechenden Zeitabschnitte zu vergleichen. Zuerst ist festzuhalten, daß aus den gewonnenen Maßen keine Ent- wicklungstendenz deutlich wird. Immerhin scheint beim Humerus, bei Radius und Ulna und event. bei der Scapula eine Größenzunahme der Ziegen von der Stein- zur Metallzeit durchzuschimmern. Dies entspricht dem allgemeinen Befund an mitteleuropäischen Ziegen (K. PÖLLÖTH, 1959, S. 48). Im ganzen fallen die wenigen- Maße in die übliche Variationsbreite prähistorischen Kleinviehs, von der sie zum großen Teil die Mitte1 ein- nehmen. Eine Ausnahme machen die Durchmesserrhaße der neolithi- schen Hüftgelenkpfannen. Sie liegen auffallend hoch. Die bronzezei'tlichen Reste von der benachbarten Station Borscht scheinen ein etwas größeres oder, doch kräftigeres Schaf anzuzeigen. Die Maße von Scapula; Humerus und Tibia übertreffen diejenigen vom Lutzengüetle etwas. — Die Ziegen waren anscheinend gleich groß. Im ganzen genommen waren Ziegen und Schafe während der Dauer der Besiedlung des Lutzengüetle kleiner als die heutigen Tiere es im allgemeinen sind.
        

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