— 97 — in Kleinasien, in" Iran und quer durch Asien hindurch bis zum Ochots- kischen Meer. In Europa kommt der Mufflon, Ovis ammon masimon, auf Sardinien und Korsika vor (W. HERRE, 1958, S.'28). Die europäischen, vorder- und zentralasiatischen Wildschafe ge- hören alle zu Ovis ammon LINNAEUS 1758 (W. HERRE, 1958, S. 28 f.). Diese Großart umfaßt wohl alle für die Abstammung der Hausschafe in Frage kommenden Formen. Die Hausschafe selbst sind daher in An- lehnung an die Darlegungen H. BOHLKENs (1958) durchgehend mit Ovis ammon aries LINNAEUS 1758 zu bezeichnen. Nach ältern Autoren waren in den prähistorischen Siedlungen un- seres Gebietes drei Hausschafrassen zu unterscheiden (K. HESCHELER & E. KUHN, 1949, S. 297): 1. Das'ziegenhörnige Torfschaf, Orvis aries palustris RÜTIMEYER 1861 • 2. Das stärker gehörnte Kupferschaf, O. a. studeri DUERST 1904 . 3. Das hornlose Bronzeschaf, O. a., Subspez. ? Wie bei der Ziege darf aus der Verschiedenheit bzw. dem Fehlen des Gehörns nicht auf verschiedene Abstammung geschlossen werden: Nach G. G. REITSMA (1932) sind die «Kupferschafe» nichts anderes als die männlichen Torfschafei während Hornlosigkeit mutativ jeder- zeit in jeder Rasse auftreten kann und darum nicht als Rassenmerk- mal gelten darf. Die Variationsbreite in der Schafgröße ist in jeder Epoche sehr groß. Dennoch läßt sich eine Aufspaltung in verschiedene Rassen nicht durchführen, da die Variationsreihen keine Mehrgipfligkeit aufweisen. Eine Tendenz zum Größerwerden, wie sie sich bei der Ziege abzeichnet, ist beim Schaf nicht festzustellen (K. PÖLLOTH, 1959, S. 48). Nach J. BOESSNECK (1958, S. 94) liegt die Größe der prähistorischen Haus- schafe Mitteleuropas im allgemeinen zwischen derjenigen von Heid- schnucken und heutiger süddeutscher veredelter'Landschafe. Demnach müsseh alle diese' vorgeschichtlichen Hausschafe Ovis ammon aries palustris benannt werden. .
        

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