- 101 - Graf Jakob Hannibal hat sich einmal beklagt, dass.auf Vaduz und Schellenberg über 50 000 Gulden Schulden stehen (in Wirklichkeit waren es noch mehr), aber als die Verwaltung eingesetzt wird, erkennt man bald, was er selbst im Schuldenmachen geleistet: Mit dem Kauf- betrage von Schellenberg in Höhe von 115 000 Gulden werden im Verj gleichswege Forderungen von fast 200 000 Gulden liquidiert, und noch bleiben 50 000 Gulden unerledigt. Allein die Verzinsung solcher Summen hätte weit höhere Beträge, mehr als das Doppelte erfordert, als die Herrschaften Erträge lieferten ! Eine wirkliche Sanierung der Verhältnisse war einfach unmöglich. Die Seelsorger der Grafschaft Vaduz wenden sich, «das Gemüt mit Kummer, die Augen mit Tränen angefüllt» im Jahre 1694 an den Kaiser, damit er der «Not der anvertrauten Schäflein» abhelfe* die durch Teurung, Reichslasten und Durchmarsch vieler tausend Soldaten zu Pferd und Fuss bedrängt werden und bei einer allgemeinen Exeku- tion durch die Gläubiger von Haus und Hof vertrieben würden, wobei .der meiste Boden den calvinischen Bündnern zufallen würde. Ähnlich äussert sich der Bischof von Chur, und wieder wenden sich die Untertanen an den Fürstabt, von der Furcht getrieben, dass sie «den Bettelstab an die Hand nehmen und ins Elend ziehen müssen». Die ersten Verkaufspläne Bald wurde es der kaiserlichen Kommission klar, dass ohne Ver- käufe keine Hilfe möglich sei. • . Der erste Plan ging dahin, die Alpe Sücca, den Meierhof, Wein- i gärten, die Schüpflehen (= befristete Lehen) und Lehen der Grafen in Kärnten zu verkaufen. Es zeigte sich aber naturgemäss. dass damit keine ausreichende Hilfe zu erlangen war. Der nächste Plan ist wohl auch für die Kenner unserer Geschichte neu: Er besteht darin, die «drei in der Grafschaft Vaduz an Pünten gränzenden Gemeinden Balzers, Trisen und Trisnerberg hinzulassen und abzutreten». • ' Es wird ein «Anschlag» gemacht, das heisst, es wird eine Schätzung des Wertes vorgenommen, die sich zusammensetzt aus der Bewertung des Besitzes-und der Einkünfte, die einer Verzinsung von 5 % gleich- gesetzt werden, das heisst, sie werden mit zwanzig multipliziert und so als Kapital eingesetzt. Auch die Fronleistuhgen der Untertanen
        

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