- 98 - den Niederlanden auf den Schlachtfeldern des Reiches. Viele Ange- hörige des Geschlechtes waren-angesehene Offiziere des Kaisers. Der Bruder Jakob Hannibals I. wurde Bischof von Konstanz und Kardinal, und sein Sohn Marx Sittich IV.- war Erzbischof von Salzburg und der grösste Bauherr der schönen Barockstadt. Ein anderer Sohn, Kaspar, . hielt nicht nur das Besitztum zusammen, sondern erwarb auch Vaduz und Schellenberg. Dann sank das Geschlecht aus eigenem Verschulden, wie gerade die Geschichte unserer Landschaften zeigt, von seiner Höhe herab. Mit Jakob Hannibal III., geboren 1653, der sich zuerst der Soldaten- laufbahn widmete und zwei eigene Kompanien hielt, ging die Graf- schaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg verloren. Er starb 1730 in Wien. Sein Sohn Franz Rudolf diente in seiner Jugend in den Hee- ren des Prinzen Eugen, dann in den Schlesischen Kriegen und'brachte es zum Feldmarschall. Der letzte männliche Angehörige der Familie Hohenems war Franz Wilhelm, der gleichnamige Sohn des in den Türkenkriegen gefallenen Bruders von Jakob Hannibal. Er beschloss als Generalmajor seihe Soldatenlaufbahn. So haben die beiden letzten Sprossen des Geschlechtes an die ehrenhafte Tradition des Hauses angeknüpft, die gerade von den Gra: • fen in Vaduz so sehr missachtet worden war. Am unheilvollsten war die Zeit des Grafen Ferdinand Carl, der 1662 die beiden Herrschaften übernahm. Schon Peter Kaiser schreibt von ihm: «Zur Verschwendung, zu Willkür und Gewalttätigkeit ge- neigt, achtete er kein Recht und folgte nur den Stimmungen seines heftigen und leidenschaftlichen Temperamentes». Sein jüngerer Bruder Jakob Hannibal zeigt ihn beim Kaiser an, weil er «nicht allein ein lästerliches und höchstärgerliches Leben führe, sondern auch die Untertanen aussauge, mit tag- und nächtlichem Schwärmen, Völlerei und Toben das Fideikommiss mit Kontrahierung , unnötiger Schulden, ja alles, ganz in Grund verderbe und ruiniere >. . Diese Anzeige ist der. Grund, dass die. Akten üb.er unser- Land für die Zeit'des Überganges an das Fürstenhaus Liechtenstein unter dem Stich- worte «Hohenems gegen Hohenems» gesammelt sind. Später berichtet der Bischof von Chur dem Kaiser, dass er oft versucht habe, den'Gra- fen Ferdinand Karl zu einem besseren und christlichen Leben zu be- wegen, aber erfolglos. Wir kennen die Unbelehrbarkeit des Grafen
        

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