— 97 — Notzeiten Das siebzehnte Jahrhundert war die traurigste Zeit unserer Ge- schichte: Die Pest wütete im Lande, der Dreissigj ährige Krieg brachte Hungersnöte,' ein schweres Opfer musste gebracht werden, um im letzten Kriegs jähre die Schweden durch eine «Brandschatzung» von Einfall und Plünderung abzuhalten. Dreissig Jahre dauerte die Hexen- verfolgung, und die Todesurteile von 1648 bis 1680 forderten drei- hundert Opfer. Die Raubkriege Ludwigs XIV. brachten als Last die Winterquartiere österreichischer Truppen, manchmal ganzer Regi- menter, und schliesslich drückten Schuldenlasten und Willkürherr- schaft im letzten Drittel des Jahrhunderts' in vorher nie erlebter Weise. Zur äusseren Not kam die innere: In. den Zeiten des Hexenwahns war niemand sicher, von einem Nachbarn, einem Freunde, einem Verwandten verdächtigt zu werden; mitten durch die Familien schritt das Unheil der Anzeigen — und meistens genügte eine Meldung zur Verhaftung, aus Verhaftung wurde Folter und Verhör und Tod. Die Herrschaft musste viele Kriegslasten tragen, und mancher An- gehörige des Grafenhaüses Hohenems diente als Offizier dem Kaiser und .brauchte dazu private Mittel.. Aber bedenkenlos wurden Schulden gemacht, das Leben verging auf Schloss Vaduz mit Festen und Jagden und Luxüs — und ein Teil der Mittel war den armen Unterthanen weggenommen worden, deren Leiber auf. dem Scheiterhaufen ver- brannten, nachdem sie der Hexerei schuldig befunden worden waren. Hohenems contra Hohenems Alt und hochangesehen war das hohenemsische Geschlecht, das seit \ etwa 1200 nachgewiesen ist. Im sechzehnten Jahrhundert kamen die Herren von Hohenems auf den Höhepunkt ihrer Geschichte und 1560 wurden sie in den Grafenstand erhöben. Marx Sittich I. von Ems war neben Georg von Frundsberg der berühmteste Landsknechtführer und stand 1525 an der Spitze der siegreichen deutschen Truppen in der Schlacht von Pavia. Jakob Hannibal kämpfte von Nordafrika bis, zu
        

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