— 12 - sprachlich kaum nachzuweisen. Die Ligurer sollen einem nicht-indo- germanischen mediterranen Substrat und einer indogermanischen Oberschicht entstammen14. Sicher aber kann man heute in den Rätern veneto-illyrische Grundlagen nachweisen. Um 1200 v. Chr. stiessen veneto-illyrische Stämme ins Alpeninnere gegen Westen vor und hin- terliessen besonders in Ortsnamen Zeugnisse ihrer Existenz15. Hinzu kamen, besonders in den nördlichen rätischen Gebieten, starke kelti- sche Infiltrierungen und die kulturellen latenezeitlichen Einflüsse1". Nachdem Cäsar die Helvetier 58 — 51 v. Chr. unterworfen hatte, bildete sich im Westen der Alpen eine neue Reibungsfläche zwischen dem römischen Reich und den alpinen Stämmen. Noricum (Ostalpen) wurde von Aquileja aus im ersten vorchristlichen Jahrhundert romani- 14. Stähelin 1948, 9 f.; Merhart 1927, 65 ff., nach Merhart waren die Ulyrier vermutlich Träger der Melaunerkultur; RE XXV, 525 ff.; vgl. Ebert 7, 294, -asca und -asco Suffixe in Ortsnamen werden gerne als Ligurisch be- zeichnet, vgl. Nipp 1924, 106; möglicherweise ist Bludasco (Bludesch), Ludasco (Ludesch) beide in Vorarlberg, auf ligurisches Sprachgut zurück- zuführen, vgl. Scala 1914, 32 ; desgleichen Scana (Schaan); vgl. LUB 1/2, 44 f.; 1/1, 41; vgl. Hopfner 1910, 175 f. 15. Bargella, alpin barga (Heustadel), illyrisch bargala, vgl. Pokorny 1938, 78, 93 f.; zu Bargellen vgl. Ospelt 1911, 120; Hopfner_1910, 170; vielleicht Piz Bargias (Pfäfers) oder das Grundstück Bargas in LÜ (GR) gleicher Herkunft, vgl. Götzinger 1891, 50; vgl. Planta-Schorta 1939, 363; Malbun, um 1355 auch-Melbun, vgl. Ospelt 1911, 130; Nipp 1924, 105; mögliche Ableitung bei Pokorny 1938, 96; ev. das vorrömische Mallo (Berg) be- inhaltend, vgl. Szadrowsky 1940/41, 93 ; vorrömisch sind in Liechtenstein die zahlreichen -ina-Suffixe, vgl. Ospelt 1911, 134; Nipp 1924, 106; Po- korny 1938, 13, 139, 150, 181; illyrische -st-Suffixe sind nicht selten: Frastanz, vgl. Szadrowsky 1940/41, 93; Stähelin 1948, 16, Anmerkung 3; Gallmist (bei Tisis) und Krist (Schellenberg) sind wahrscheinlich eben- falls illyrischer Herkunft, vgl. Ospelt 1911, 65. 16. Bendern, vgl. Ospelt 1911, 20; Nipp 1924, 105; LUB 1/1, 48, 53, 54, 6a, 69, 101 f., 106, 193 ff., 256; Kdm 241; belegt als Benedurum, Bendurum, Ben- dor, Bender, Pendor, Beneduranum; Penn heisst keltisch Landzunge, durum ursprünglich Tor, Umfriedung, vgl. Kdm 241 entgegen KB 194; Hopfner 1910, 175; Mals, vgl. Nipp 1924, 100; Ospelt 1911, 74, mit weiterer Literatur; Hopfner 1910, 177; LUB 1/1 42; von magos (Ebene) abzuleiten; Naafkopf, vgl. Nipp 1924, 101; Ospelt 1911, 131; Hopfner 1910, 178; Naff soviel wie Mulde, keltisch Naba.
        

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