— 11 — gungeri und endeten vorerst mit der Niederlage im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr.3. Anders im Süden: Hier ging es der römischen Strategie um die Eroberung der nördlichen Alpenvorlande und der schwäbisch-bayrischen Hochebene, die als Operationsbasen gegen die Germanen wichtig waren4. Die Kontrolle der Alpenpässe gewann für die römischen Feldherren an Bedeutung5. Doch fragen wir zuerst, gegen wen sich die Kriegspläne Roms in den'Alpen richteten: Im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt sassen im westlichen Alpengebiet die keltischen Helvetier", in den Ostalpen die keltisch- illyrischen Noriker7, in der schwäbisch-bayrischen Hochebene die kel- tischen Vindeliker8 und in den Zentralalpen die Räter9. Im alpinen Rheintal wohnten demnach rätische Stämme10, gegen die östlichen Helvetier abgegrenzt durch den Arboner Forst und die Glarner Alpen. Gegen Süden lässt die völkische Verzahnung schwer eine Trennungs- linie ziehen11; sie dürfte- vom Rheinwaldhorn zu den südrätischen Alpen verlaufen sein. Im Osten begrenzten das obere Lechtal, die Silvarettagruppe und Ötztaler-Alpen das rätische Gebiet1-2. Die Forschung sieht heute in den Rätern ein komplexes völkisches Gebilde. Als die sprachlich am weitesten zurückverfolgbare rätische Volksschicht können (wenigstens in den südlichen Alpentälern) die Ligurer angesehen werden, über deren Herkunft sich schon Cato im Unklaren war; er apostrophierte sie mit der abfälligen Bemerkung: «Sie sind Analphabeten und verlogen, und wie es wirklich gewesen ist, daran erinnern sie sich nie genau»13. Ihrer sprachlichen Beziehung mit den Illyrern wegen sind sie von diesen getrennt in unserer Gegend 3. Schüchhardt 1939, 246 ff.; Hertlein 1928, 1 ff. 4. Kraft 1957, 90 f. - 5. Kraft 1957, 91. 6. HM 93, Anmerkung 7, 105 Anmerkung 2; Stähelin 1948, 27 ff. 7. ' Heuberger 1932, 1 ff.! 27 ff. 8. vgl. Plinius III 137; HM 70 f.; Stähelin 1948, 107 f. 9. Heuberger 1932, 1 ff.; Stähelin-1948, 11 f.; RE I, 42 ff. 10. Ptolemaeus II 12, 2; HM 107; Heuberger 1932, 6, 21 ff., 24. 11. Heuberger 1932, 13 ff.; HM 364. 12. Heuberger 1932, 6; HM 364; vgl. Stähelin 1948, 110 f. 13. Stähelin 1948, 4 ff., 9; Pokorny 1938, 77; Merhart 1927, 65 ff.; Stähelin 1935, 338.
        

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