— 55 — Über die Entstehungszeit des Kastells vermögen Einzelfunde An- gaben zu machen. Ausser den Münzen sind die Funde leider noch nicht bearbeitet. Die Funde aus der untersten Kulturschic.ht* scheinen nicht vor Mitte des 4. Jahrhunderts dort abgelagert worden zu sein. Die Keramik gehört wahrscheinlich fast aus- nahmslos dem späten 4. -Jahrhundert an160. Ein schön gearbeiteter- Beinkamm mit Kreismuster lag im Hypo- kaust des 'Kastellbades • (wo- hin er erst in späterer Zeit Abb. 13. Beinkamm aus dem Kastellbad Schaan gekommen sein muss) und stammt wohl aus der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts (Abb. 13). Ein Doppelkamm, ein Knochendeckelchen und ein Werkzeuggriff, alles mit Zirkelschlagmuster, lagen in der Schicht der ersten Bau- periode161. Das Zirkelschlagmuster wurde in spätrömischer Zeit von den "Franken und Alemannen übernommen und hielt sich lange. Kreisschlag auf Horngriffen sind in alemannischen Siedlungsgebieten nicht selten162. Die Franken verwendeten das gleiche Ornament gern163. Die andern Funde, wie das zum Röhrchen gebogene verzierte Bronzeblech und das mit fortlaufenden Hakenkreuzchen verzierte Blech aus gleichem Metall gehören der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, wenn nicht dem 5. Jahrhundert an164. Nach dem Dargelegten müsste der Bau des Schaa- ner Kastells in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts angesetzt werden. 160. Die Keramik wird von Frau E. Ettlinger, Zürich, bearbeitet.. 161. Ähnlicher . Kamm im Landesmuseum Zürich (alemannisch aus dem 5. Jahrhundert); vgl. zum Kamm von Schaan, Urschweiz 22, 1, 1958, Titelblatt, und S. 16, Abb. 15; vgl. JbSGU 46, 1957, Abb. 73, Abb. 78, 316. 162. Vgl. die Verzierung am frühchristlichen Kästchen von Heilbronn, Ger- mania 16, 1.932, 294 ff., Abb. 1; vgl. Grabfund von Ebel b/Frankfurt'a/M., 33. Bericht d. R. C. K. 1950, Taf. 6, 24, 25, aus dem 5. Jahrhundert; vgl. Veeck 1923/24, 54 f. ,' ' '•'.... 163. Fränkische Grabfunde aus 'Nettersheim, Germania 17, 1933, 55', .Taf. 8, Abb. .2, 2; vgl. Holzkästchen aus Weilbach, Germania 31, 1953, 44 ff;, Taf. 9; Knochenkamm aus fränkischem Friedhof, vgl. Germania 33, 1955, 109, Abb. 2; aus Belgien; 15. Bericht d. R.C.K. 1923/24, 65, Abb. 8,'4. 164. - Beck 1957, 263 f.; vgl. Schleiermacher 1950, Abb. 8, S. 162 f.
        

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