— 322 — . Für die bessere Beurleilung des Materialzustandes wurden Röntgenauf- nahmen hergestellt. Diese geben vor allem über die Beschaffenheit der eisernen Klinge Auskunft. Wie auch durch Widerstandsmessuhgen bestätigt werden konnte, liegt noch ein durchgehender Metallkern ohne Querrisse vor, der jedoch über die ganze Länge insbesondere längs den Schneiden, unregelmässig mineralisiert ist. Zahlreiche Verwachsungen mit der Scheide finden sich be- sonders im Gebiet der «blumigen» Gebilde vor. Sondierungen mit Hilfe von harten Stahldrähten weisen auf die Unmöglichkeit hin, Klinge und Scheide ohne unvermeidliche Verluste der letzteren von einander zu trennen. Im Übrigen besteht noch ein beträchtlicher Hohlraum zwischen beiden Teilen. Eine Röntgenaufnahme wurde gewonnen, indem der Film zwischen Klinge und Scheide, an derem oberem Ende eingeschoben wurde. Diese Aufnahme be- weist, dass sich das kreuzförmig durchbrochene Muster der Plattenverzierung unter den beiden aufgesetzten Nieten fortsetzt. Die weitere Behandlung bestand in der Wegnahme der oxydativen Ver- änderungsprodukte bis - nahe an die ursprüngliche Metalloberfläche heran. Diese Arbeit erfolgte von'Hand mit Hilfe von Schleifpulvern verschiedener Härte, Carborundumstiften und reichlichem Aufwand von Leitungswasser. Unvermeidlich waren dabei einige Durchbrüche durch die Scheidenwand, die unbeständige Rostformen enthielten. Das sorgfältige Vorgehen ermöglichte die Freilegung von Verzierungen auf den Nieten und auf einem der beiden Lappen in der Schlaufe des Ortbandes. Reste eines horizontalen Streifenmusters wur- den auf der absteigenden Verlängerung der Plattenverzierung gefunden. Die Konservierung des Schwertes erfolgte durch Vakuumimprägnierung des scharf getrockneten Objektes mit einer Lösung eines verbesserten Acryloid- harzes (Kunstharz). Zürich, 20. Februar 1959 gez. Dr. B. Mühlethaler. Eine genaue Datierung des Schwertes wird, da Beifunde gänzlich fehlen, nicht ohne weiteres • möglich sein. «Es ist unmöglich, Früh- latene-Schwerter der 1. oder 2. Latenestufe zuzuteilen, wenn sie nicht in Gesellschaft bezeichnender Begleitstücke vorkommen» (Kurt Bittel, Die Kelten in Württemberg, S. 69). In der Mittellatene-Stufe tritt das Langschwert mit schwach gerundeter Spitze und mit mehr anliegen- dem, spitzbogigem Ortband auf. Buckelnieten als Plattenverzierung auf der Scheide oder als oberer Abschluss des Ortbandes finden sich bei früh- und mittellatenezeitlichen Schwertern. Hingegen war es uns bis jetzt noch nicht möglich Parallelen zur wechselseitigen Buckel- verzierung, wie sie auf unserem. Schwert vorkommt, zu finden.
        

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