— 316 — Buchser Neuigkeiten vor 112 Jahren Es handelt sich nachstehend um einen Brief in der Orthographie des Originals, der "am 12. Juli 1846 von einem Vater in Buchs an seinen Sohn geschrieben und nach Italien' abgeschickt wurde. Die Adresse lautet «Signori Egg(en)berger & Comp., per (für) Giov. Zogg, per (über) Milano, a (nach) Guastalla». Der Brief enthält das Neueste aus dem Dorf und der Nachbarschaft, daneben aber auch Familiäres und kleine Alltäglichkeiten. In diesem Zusam- menhang sei der Leser an ein Wort Bismarcks erinnert, das er — übrigens selber ein ausgezeichneter Briefschreiber — an seine Schwester schrieb: «Ich meine, dass man sich nicht geniert, einander gewöhnliche, unbedeutende Sachen, alltägliche Briefe zu schreiben«. (Nähere Erklärungen sind jeweils in Klammern gesetzt). Jakob Kuratli, Azmoos Lieber Sohn ! Dein Schreiben vom 8. letzen Monat habe zur Beantwortung vor mir ligen, woraus wir deine glückliche Reis u. Ankunft in Guastallen vernehmen konten, welches uns Herzlich erfreut hat. Wir befinden uns Gott sey Dank gesund und wohl. Und Hoffen, diese Zeilen werden dich auch gesund antreten', den Himmlischen Vater flehend um die erhaltung in seinen Gnaden, neues weis ich zwar nicht viel zu Schrei- ben das sich hier zu getragen hat, als den 28. letzen Monat ist der Rhein ob Vaduz ausgebrochen u. hat den Vaduznern ü. Schaneren alle Früchten verderbt. Es ist • zum Theil 3 Theil Rhein durch ihre f eider, wo noch ein Theil durch das Rheinbeth gelaufen u. ist vom Ausbruch bis Benneren (Bendern) hinab alles wie einem See gleich. Alle Früch- ten sind im Wasser, es gehen alle Tag bis 30 — 50 Mann von Buchseren u. auch Seveler ihnen zur Hilf, auch sind von Grabs ihnen zur Hilf gangen, was die Leut mit grosser Dankbarkeit an nehmen, u. hat man ihnen die Hayen (Rammklötze) gelieferet, Buchser u. Seveler zum Hayen Pfäl schlagen (Buchser und Seveler hätten Pfähle zum Rammen geschlagen), u. haben (die Liechtensteiner) bekent, wen die Schweitzer ihnen nicht zur Hilf komen, wären sie verloren gewesen, u. hatens nicht ins Werk gebracht. . . \ . 
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