— 310 — wie Professor Zotow — auch damit ihre künstlerische Laufbahn. be: gönnen und in der Graphik ein wichtiges und bevorzugtes Ausdrucks- mittel gefunden haben. Im Wesen dieses Künstlers muss etwas liegen, das in dem handwerklich-beschaulichen Arbeitsprpzess, in dem. lang- sam wachsenden Werden der Bildvorstellung, welche mit der Technik des Radierens verbunden ist, eine besondere Befriedigung findet und mit jenem anderen noch, nämlich: es sich nicht leicht zu machen und an der Uberwindung von Widerständen seine Kraft zu messen. Der Werdegang einer Radierung ist wie der abgekürzte Vorgang eines Lebenslaufes, der sich von der Geburt der zeichnerischen Skizze über die wechselnden Zustände und Proben bis zur Reife des endgültigen Druckes allmählich vollzieht. Es ist hier nicht der Ort, die verschiedenen graphischen Techniken und Druckverfahren eingehend zu erläutern. Das" grosse Könnertum von Professor Zotow gerade auch auf diesem Gebiete würde ja ein Heft in' Anspruch nehmen. Seine Briefmarken waren Gravüren («au burin»). Er-bevorzugte für seine Arbeiten «vernis mou», d. h. auf eine mit weichem Asphaltlack überzogene Platte Zink öder Kupfer legte er ein Zeichen- papier, worauf er seine Zeichnung machte. Dann entfernte er dasselbe von der Platte und legte diese in eine Aetzsäure zum Aetzen. Er ver- stand es, die tiefsten schwarzen Töne auf die Platte zu bringen, zu- sammen mit den zartesten Feinheiten. Oft mischte Professor Zotow aber auch nach seinem Gutdünken und Geschmack die Technik, zog mit kalter Nadel, wo er Vertiefungen oder Ergänzungen von Details brauchte, verwendete auch Aquatinta für Sfumaturen und Hintergründe. Oft waren viele Arbeitsgänge er- forderlich, bis die ganze Platte mit all ihren Feinheiten und tiefen Tönungen fertig war. Immer wieder verbesserte er einige ihrer Teile, um dem Abdruck den besonderen Reiz seiner Bilder zu geben. Pro- fessor Zotow Hatte eine Reihe technischer und chemischer Hilfsmittel für seine Arbeiten, aber immer wieder war sein Auge und seine Hand der entscheidende Faktor. Das gesamte graphische Werk von Professor Zotow umfasst nach der Schätzung seiner Frau ca. 360 Platten; davon sind in Liechtenstein ca. 58 entstanden. Leider ist von diesem grossen Werk nur noch ein Teil vorhanden. Die Gravüren (Bilder Nr. 3, und 19. colorierte Gra-
        

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