• - 307 —•' r Beim Portrait ging es ihm nicht um die äussere Hülle des Modells. Es kam ihm weniger darauf an, dass ein Portrait stimmte (im photo- graphischen Sinne), sondern dass es fasste, was an sich nicht zu fassen schien. Er versenkte sich in das Wesen des Menschen, suchte Funken des Geistes blitzen zu lassen und die Besonderheiten der Anlage zu zeigen. Das Charakterbild war sein Ehrgeiz. Die Zotowsche Portraitgalerie enthält auch einige Selbstbildnisse (Bild Nr. 2). Er trug von jeher das Bedürfnis der Selbstdarstellung in sich. Nicht, dass er sich als Persönlichkeit überschätzte und ungebühr- lich wichtig nahm. Aber es drängte ihn das Selbstgespräch, das er mit sich selber führte, auch darzustellen, wie alles Gestalt annahm, was er sah und dachte. Während seines Aufenthaltes in Liechtenstein hat er ungefähr 58 Portraits geschaffen. Wirklich eine grosse Zahl, wenn man bedenkt, dass er gleichzeitig ungefähr 300 Blumen-, Tier- und Landschaftsbilder (Bilder Nr. 1, 5, 8, 9, 12, 26), sowie 3 Fresken (Gutenberg am Lehrer- gebäude in Vaduz, St. Christopherus — Bild Nr, 17 — an Privathaus in Mauren, Engel an Villa in Vaduz) geschaffen hat. Doch das ist, wie wir wissen, nur ein Teil. Gross ist sein graphisches Werk. Zu den be- sten Portraits, die er in Liechtenstein geschaffen hat, dürfte dasjenige gehören, das als Bild Nr. 5 dargestellt ist. Seine Kinderbilder, meist in Pastell, oft auch in Oel und Pastell gemischt, enthüllen die herzens- warme Natur des Künstlers. Reizend verstand er es, wie sich z. B. aus den Bildern Nr. 21 und 14 ergibt, durch Stellung, Kleidung und Haar- tracht die Kleinen fesselnd zu gestalten und zugleich grösstmögliche dekorative Anmut zu entwickeln/Über die Schönheit seiner Blumen-, Landschafts- und Tierbilder braucht man wohl nichts zu sagen. Sie sind ja in vielen .Wohnungen Liechtensteins zu finden. Auch Stilleben Bild Nr. 8, mit kräftigen Farben und besonderem Reiz befinden sich unter seinen Werken. Insgesamt hat Professor Zotow nach der Schät- zung seiner Frau einige tausend Werke geschaffen, davon allerdings den grössten Teil im Ausland. Es ist zu hoffen; dass wenigstens die liechtensteinischen oder zumindest' ein schöner Teil derselben von Freunden der Kunst erworben werden, damit diese wertvollen Kunst- werke dem Lande Liechtenstein erhalten bleiben.
        

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