— 306 — keine Grenzen gab, stand immer wieder vor Grenzen, die ihm den Weg zumindest ohne spezielles Visum, das Geld und Zeit benötigte, verschlossen. Dies und auch die entstandenen Misstimmigkeiten bei den staatlichen Aufträgen, waren einige der Gründe, warum er im Jahre 1953 "Liechtenstein, das ihm eine zweite Heimat geworden war, verlassen hatte. Sein Geist ertrug.keine Enge, keinen Zwang, er musste frei sein, frei sich bewegen, studieren und sich entfalten können. Argentinien schien ihm diese Grosszügigkeitdes Raumes und Geistes zu bieten^ und so verliess Professor Zotow schweren Herzens am 11. Juni. 1953 im Alter von 72 Jahren Liechtenstein, um nach Argen- tinien auszuwandern. Über Italien fuhr er mit seiner' Frau nach Buenos Aires, wo Freunde von ihm bereits eine schöne Wohnung bereit hielten. Aber schon bei seinem Wegzug machte der Professor einen leidenden Eindruck, und. auf dem Schiff verstärkten sich die Schmerzen. Als kranker Mann kam er in Argentinien an. Am 27. Juli 1953, um 2 Uhr nachmittags, starb er in den Armen seiner Gattin. Professor Zotow als Maler Als Schüler des grossen Künstlers Professor Ilja Repin strebte" Pror fessor Zotow ständig an, technisch und malerisch die breite Pinsel- führung des Meisters nicht zu verlieren. Seine. Malerei ist eine glück- liche Mischung des russischen und westlichen gesunden Realismus, welcher viele Einflüsse von französischen «Ismen» zeigt, ohne den gesunden Boden der wahren Kunst und Tradition zu verlieren. Das Dominierende in seiner Malerei ist sein zeichnender Pinsel. Er sieht gleichzeitig: Farbe, Ton und optische Harmonie, aber er verlässt nicht den Boden der Form, Zeichnung und Komposition, was durch seinen hervorragenden Geschmack sein Werk zur vollen Wirkung bringt. Seine Sensibilität für das Stoffliche zwingt ihn oftmals zur gemischten Tech- nik. Er ist kein Dogmatiker, er verlässt z. B. den Boden des reinen Aquarells, behilft sich gleichzeitig niit Pastell, Kohle und -Guache, um nur die Wirkung zu steigern. Das Material dient ihm nur als Mittel zum Zweck. Seinem Schüler sagte er oft: «Wenn es nicht weiter geht mit' dem Pinsel, so nehmen Sie einen Lappen, versuchen Sie, alles zu- sammenzuschmieren, bis alles zu sprechen anfängt».
        

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