— 304. — dung des Werkes kam, kam Hitler und machte Schluss. -Professor Miassojedoff als Ausländer wurde der Stäatsauftrag entzogen, und er stand wieder vor dem Nichts. Er musste einsehen, dass er als Auslän- der und im besonderen als Russe, in Berlin unter Hitler keine Zukunft. hatte. Wiederum' wurden die'Koffer gepackt, und Professor Miasso- , jedoff versuchte in Riga, der Hauptstadt von Litauen, eine neue Exi- stenz aufzubauen. Dort bat Professor Miassojedoff — aus Gründen, die in der Not der Emigration ihren Ursprung haben — das Tschechische Konsulat, das sich der emigrierten Russen angenommen hatte, ihm einen neuen Pass, lautend auf Professor Eugen Zotow, auszustellen, also auf den uns bekannten und vertrauten. Namen. In Riga betätigte • sich . Professor Zotow, zusammen mit einem Kollegen,' insbesondere als Ikonen- und Landschaftsmaler. Doch die Göttin des Glücks schien ihn verlassen zu haben. Im Jahre 1936 musste er sich einer schweren Operation (Nieren) unterziehen. Es dauerte gewisse Zeit, bis er,sich einigermassen erholt hatte. In der Zwischenzeit aber änderten die Bestimmungen. Ausländer durften nur in Riga bleiben, wenn sie genügend Vermögen besassen. Arbeitsbewilligungen an Ausländer aber wurden nicht oder nur in seltenen Fällen erteilt. Das hiess für Professor Zotow wiederum ein anderes Wirkungsfeld zu suchen. Wohin ? In Brüssel lebte ein Schwa- , . ger von ihm, und.so versuchte er sein Glück in diesem Lande. Doch er war noch sehr geschwächt von seiner Operation, als er im Jahre 1937 dort ankam. Aber trotzdem. ging er an/die Arbeit. Im Italienischen • , Konsulat z. B. zeichnete er den Duce für eine Gravüre. Diese Zeich- nung wurde in der Zeitung «L'Italie Nouvelle» vom 10. 3. 1938 auch, gezeigt. Eine Reihe von Portraits und Landschaften sind während der ' Brüsseler Zeit entstanden. Im Jahre 1938 kam der von den vielen Enttäuschungen und Reisen, - insbesonders auch von der Operation geschwächte Professor Zotow mit seiner Frau nach Vaduz: Bald stellte sich heraus, dass er staatenlos geworden war und eine Rück- oder Weiterreise damit zu jener Zeit fraglich wurde. In der Kasperigasse im Vaduzer Oberdorf, im' sog. 1 Kasperihaüs, das später abgebrannt ist, fand er zuerst Unterkunft. Im oberen Stock dieses alten Hauses, in kleinen, abgeschrägten, primi- tiven Zimmern wohnte er mit seiner Frau. Dort machte er die Be- kanntschaft von Herrn Kanonikus Anton Frommelt, der damals Mit- glied der Regierung'war und dem auch die. Abteilung «Briefmarken»
        

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