286 - Das kärolingische Reichsurbar (nach 831) nennt u. ä. den Königshof in Schaan («curtis dominica»), mit einer Kirche, mit Mühle, Taverne und Fronschiff. Zum Königshof gehörten 14 Huben Land4). Einer der Bewirtschafter hiess Saxo. Der; Name des südlichen Dorfteils «Sax» könnte. möglicherweise auf diesen Namen zurückgehen5). Sicher ist auch St. Lorenz, die nördliche Kirche von Schaan, sehr alt, wenn sie auch urkundlich erst im Jahre 1300, in einem Ablassbrief, zusammen mit St. Peter genannt wird. Man nimmt an; dass St. Peter im südlichen Dorfteil die Kirche der alteingesessenen Romanen war und St. Lorenz im nördlichen Teil den eingewanderten Alemannen als Gotteshaus diente. Wenn es auch durch die bisherigen Ergebnisse der Grabungen in Schaan noch nicht sicher erwiesen ist, so darf' doch angenommen werden, dass St. Peter die im Reichsurbar genannte Kirche ist. • Das Königsgut von Schaan mit der Kirche kam im Jahre 965 durch Tausch an das Kloster Säckingen, indem Otto I: den Klosterbesitz auf der' Insel Ufenau mit Zubehör gegen Schaan eintauschte und die Ufenau dem Kloster Einsiedeln schenkte"). Es ist nicht bekannt, wie lange der Hof und die Kirche von Schaan Eigentum des Klosters Säckihgen blieben. Jedenfalls besassen dann später, bis in die jüngere Zeit, die Landesherren das' Patronafsrecht über die Kirche St. Peter. Aus dem Jahre 1298 stammt ein Ablassbrie'f für'die «Kirche» St. Peter, 2 Jahre später (im Jahre i300) wird St. Lorenz als Pfarrkirche und St. Peter als «Kapelle» bezeichnet7). Bis um '1600 bestand an der Ka- pelle eine eigene Kaplanei. Später wurde diese vom jeweiligen Kaplan der Florinskapelle in Vaduz versehen. Der Inhaber der Pfründe nannte sich «Kaplan zu St. Florin (Vaduz) und St. Peter (Schaan)»8). E. Poeschel nimmt an, dass am Ende des 13. Jahrhunderts an der Kapelle St. Peter grössere bauliche Veränderungen stattgefunden ha- ben, dass aber der heutige Bestand im wesentlichen auf einen Neubau 4) Liechtensteinisches Urkundenbuch, bearb. von Fr. Perret, 1. Bd. (Vaduz 1948)' S. 41 ff. . 5) . E. Poeschel, a. a. O., S. 79, Anmerkung 3 ' 6) Regesten von. Vorarlberg und Liechtenstein, bearb. v. A. Helbok, (Bregenz ' 1920), S. 73 "(143). und Urkundenbuch der südlichen Teile des Kantons St.. Gallen, bearb. v. Fr. Perret, 1. Bd. 2. Lieferung, 1952, S. 82 (Nr. 78) 2). E. Poeschel, a.a.O., S, 93,' ," ..." • [ 8) Joh. Bapt. Büchel, a. a. 0., S:; 26 ; " : 
;.
        

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