— 279 — nahen Berge dürften die .Reste von Gemse und Steinbock stammen. • Der Fuchs spielt als Nahrungstier keine Rolle, sondern wurde wahr- scheinlich zum Schutze des Hausgeflügels erlegt. Beim Kranich steht nicht sicher fest, ob er zu römischer Zeit in der Gegend Stand- oder Zugvogel war. Unter den grösseren Säugetieren' fanden sich also ver- schiedene Arten, die heute in der Gegend ausgestorben sind: Elch, Steinbock, Biber und Bär'. Die Haustiere unter sich zeigen folgende prozentuale Verteilung : Pferd 2,6% Hausrind 37,1% Ziege / Schaf 25,8 % Hausschwein 34,1 %• Katze 0,4 % Die Haustierfauna ist charakterisiert durch das nahezu ausge- geglichene Verhältnis von Rinder- und Schweinezucht. Die Rinder gehören zur damals verbreiteten grosswüchsigen Rasse, wie sie in fast allen römischen Siedlungen nördlich der Alpen nachgewiesen ist. Vom alten kleineren Schlage des Torfrindes fehlt jede Spur. Ob die gross- wüchsigen Rinder aus dem Landvieh der vorrömischen Siedler heraus- gezüchtet oder von den Römern importiert wurden, lässt sich nicht entscheiden. Ein Unterkiefer beweist, dass gelegentlich mopsköpfige Tiere gehalten wurden. Die Schweine wurden in einer mittelgrossen Form gezüchtet. Reste von Ebern und Bachen treten in nahezu glei- cher Anzahl auf. Unter den kleinen Wiederkäuern übertrifft das Schaf die Ziege an Zahl, jedoch scheinen die Schafe kleinwüchsiger zu sein. Von den übrigen Haussäugern sind das Pferd und die Katze durch wenige Reste vertreten. Der Hund fehlt im Material von Schaan. Von Tieren mittlerer Grösse stammen die Funde des Haushuhns, dem ein- zigen Vertreter des domestizierten Geflügels im römischen Schaan. Wie das Fehlen von Fischüberresten zeigt, dürfte die Fischerei im nahen Rheine keine oder nur eine sehr unbedeutende Rolle gespielt haben. Die Kriochenfunde lehren uns, dass die Haustiere (59,1 % der Funde) im Gegensatz zu den Wild- und Jagdtieren (39,1%) eine'be- sondere Bedeutung besassen. Vor allem-die Rinderzucht erreichte einen sehr hohen Stand. Auch der Schweinehaltung wurde ein grosses Ge- wicht beigelegt, was zwar weniger in der Grosswüchsigkeit der Tiere, als in deren verhältnismässig grossen Zähl zum Ausdruck kommt.
        

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