— 257 — Maße erweisen die ausserordentliche Grösse der Tiere. Einzelne Individuen erreichen sogar Maximalgrösse, wie sie bisher nur für neotithischer Hirsche nachgewiesen ,war. Die Beobachtung, dass die Hirsche der frühen historischen Perioden bereits klein- wüchsiger waren, findet für das obere Rheintal keine Bestätigung. Dies mag seine Erklärung darin finden, dass der Edelhirsch in den das Kastell Schaan umgebenden Wäldern sein Existenzopti- mum noch vorfand. C AP REO LU S CAPREOLU S (L.) REH . ' - • Geweih: Erhalten- ist ein brüchiger Rest einer rechten, abgeworfenen Gabler- stange mit nur schwacher Perlenbildung. Beide Spitzen sind abgebrochen. Rosenumfang 130 mm. Dasselbe Maß zeigt äuch ein rezenter, 3 jähriger, männlicher Gabler (Z J VII, 455) der Sammlung des Zoologischen Museums der Universität Zürich. Da die Stärke des Geweihs nur bedingt einen Schluss auf den allgemeinen Körperbau zulässt, kann über die Grösse des römi- schen Rehs von Schaan keine exakte Angabe gewonnen werden. Es bleibt-aber zu betonen, dass der fossile Rest trotz gleichem Rosenumfang wie der kräftige, rezente Gabler von einem deutlich schwächeren Geweih stammt. Die Ursache für das'so spärliche Auftreten des Rehs darf nicht in der .noch unvollständigen Aus- schöpfung des Fundplatzes gesucht werden. Wie die Funde von Elch, Biber und Kranich beweisen waren grosse Teile des Rhein- tales mit Birken-, Erlen- und Weidenwuchs bestanden. An den Berghängen zog sich ein weiter, dichter Mischwald mit starken Buchen- und Eichenbeständen hin, in dem Hirsch, Wildschwein und Bär hausten. Das Reh liebt jedoch mehr den offenen, durch- brochenen Wald. Deshalb war es damals seltener als heutzutage und erreichte,- im Gegensatz zu den Rehen im Gebiete der Rö- merstadt Cambodunum (Deutschland) (BOESSNECK 1956 b, p. 129), keine auffallende Grösse. Der Bestand an Rehwild dürfte erst später mit der intensiveren Erschliessung des Gebietes durch Rodung und der dadurch erreichten Schaffung einer offenen Landschaft zugenommen haben. . . . •-
        

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