— 250 — Zürich» herausgegeben und' diesen «Werd»-Namen folgende Erläute- rungen beigegeben: «Werdhölzli = Wäldchen auf dem Werd (Insel) in der Limmat». Zu Werdmühlestrasse und„LPlatz gibt dieses interes- sante Bändchen folgende nähere Erklärung: «Zwischen zwei Armen des Sihlkanals, der sich im Zuge der Werdmühlestrasse in die Limmat ergoss, stand bis 1901/02 die seit dem 14. Jährhundert erwähnte Werd- mühle». Zu Werdplatz und Werdstrasse' wird an gleicher Stelle folgen- des ausgesagt: «Werd = Gelände am Wasser, Halbinsel oder Insel, hier zwischen Sihl und Wiediker Dorfbach». • • •"' . In Zürich ist also die Bedeutung, des Wortes «Werd»'klar und un- bestritten. , / . Die Rheingemeinde Diepoldsau hat in ihrer Gemarkung ebenfalls eine Flur die seit altersher mit «Werden» bezeichnet ist. Ein Augen: schein ergab, dass diese Gegend gegen den Rhein hin'etwa 2 m über- höht ist und durch einen Steilrand, der wohl durch die Erosionstätig- keit des Rheins in alter Zeit entstanden ist, auffällt. Also auch hier wie ' anderswo: Werd • = erhöhtes Gelände am.. Wasser, Ufer,'' • . , Sollten aber, immer noch Zweifel an der Richtigkeit meiner Deu- tung'des Wortes .Wefdenberg vorhanden sein, > so sei noch ein wei- teres wichtiges Argument in die Diskussion geworfen: In der gleichen Gemeinde, in der das Schloss und Städtchen Wer.denberg liegen, näm- lich in Grabs, gibt es. eine heute teilweise überbaute Flur mit der Benennung «Werden». Diese ist etwa 2 km von Werderiberg in nord- westlicher Richtung enfernt. und genau dort gelegen, wo der Übergang des ehemals sumpfigen Geländes in den allmählich ansteigenden Berg- .hang sich vollzieht. Also wurde auch hier erhöhtes wasserfreies Land mit dem damals üblichen Ausdruck werd oder werden bezeichnet.'Die Tätsache allein, dass in nächster Nähe von Werdenberg,. am Rande desselben ehemaligen Wassers, an dem auch das Schloss Werdenberg liegt, eine Flur mit der Bezeichnung «Werden» existiert, wirft schon die Deutung des Studienrates Dr. Vogt, die Werdenberg mit dem Sitze eines Kelten-Edlen namens «Viro» in Verbindung bringen-wollte, voll- ständig öim. Kehren wir nun nochmals kurz zurück zum 1. Teil dieses Aufsatzes und vergegenwärtigen uns die Entstehung unserer «Berg»-Flurnämen:. Stets wurden mehr öder weniger steil ansteigende Hänge mit «Berg» bezeichnet; das Grundwort Berg erhielt meistens noch ein. Bestim-
        

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