— 245 • gipfel von der Alpe den Namen bekommen. Erwähnenswert ist auch hier, dass es in alten Karten öfters hiess «Ziegerberg£opf» (siehe u. a. Landeskarte der Schweiz 1950, Blatt Nr. 476). Ich darf festhalten, dass auch unsere Gipfelbezeichnungen, die das Wort Berg enthalten, auf frühere und auch noch bestehende Benen- nungen von tieferliegenden Hängen zurückzuführen sind. • Noch ein Wort zu Gutenberg in Balzers. Diese Bezeichnung für die dortige Burg taucht wohl erstmalig in einer Urkunde im Jahre 1308 aüf. Ob die Burg vom Hügel oder umgekehrt der Hügel von der Burg' den Namen übernommen hat, ist hier nicht leicht zu beantworten. Auch heute noch ist der Südhang des. Schlosshügels mit Weinreben bepflanzt, es wäre also ohne weiteres möglich, dass diesem «guten Berg» = Abhang die so auffällige Erhebung und auch die Burganlage ihren Namen verdanken. Die alten Burgen von Schellenberg und auch die. gleichnamige heutige Gemeinde haben nach Ansicht der Geschichtsforscher ihren Namen von dem aus Oberbayern eingewanderten ehemaligen Adels- geschlechte der von Schellenberg erhalten. Eine uralte Burgruine, an der oberen Isar gelegen, trägt den Namen Schellenberg. Es. sei aber nicht verschwiegen, dass über die Herkunft des Namens Schellenberg auch schon ganz andere Auffassungen vertreten worden sind. Das sind die «Berg»-Flumamen unserer Heimat. Alle, mit Aus- nahme von Schellenberg, bezeichnen oder bezeichneten ursprünglich ausschliesslich örtlichkeiten in ausgeprägter Hanglage. Die Höhenlage spielt dabei, wie wir gesehen haben, keine Rolle. Berg war für unsere Vorfahren einfach die Bezeichnung für Hang, Abhang, Halde. Um diese aus der Durchsicht unserer Flurnamen gewonnenen Er- kenntnis noch etwas zu untermauern, möchte ich auf den Umstand, hinweisen, dass die noch im allgemeinen täglichen Gebrauch stehen- den Worte «Weinberg», «Rebberg» diese alte Wortbedeutung beinhal- ten. Bei uns könnte man sich einen Weingarten in der Talsohle gar nicht vorstellen, er muss am Abhang liegen, daher Weinberg, Rebberg. Der Bedeutungswandel des Wortes Berg von der «flächehhaften» Halde zum «körperhaften» Berg, also zur mächtigen Erderhebung, vollzog sich hauptsächlich im Verlaufe der letztvergangenen 100 Jahre offensichtlich als Folge des Einflusses des stark emporgekommenen Alpinismüs.
        

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