— 231 - diesen an das durchlauchtigste Haus von Liechtenstein abgetretteu. Diese Freiheiten verwahrte sich das Volk in öffentlicher Rede durch den Landammann Basillius Hop 'von Balzers und auf Grundlage dieser Verwahrung legte es am 9 ten Juni 1712 dem durchlauchtigsten Für- sten Johann Adam von Liechtenstein den Huldigungseid ab. 5. ) Bis zum Jahre 1718, als dem Zeitpunkt, wo der Fürst Anton Florian von Liechtenstein die Regierung antrat, blieben die Unterthanen in ihren alten Rechten und Freiheiten ganz ungekränkt. In diesem Jahre •aber musste es das Volk zum erstenmal fühlen, was es heisst, einem Fürsten anzugehören, der das Staatsruder wegen Mangel örtlicher Kenntnisse fremden Händen anvertrauen, muss. Herr Hofrath und Kassadirektor von Harprecht wurde als Übernahms-Commissär hieher abgeordnet und nachdem er den Unterthanen im Namen des Fürsten den Huldigungseid abgenommen, wurde mit der neuen Staatsorgani- sation angefangen. , ' Der Vertrag rücksichtlich der Vertrettung der Reichsanlagen gegen den Pauschalbetrag von 1276 fl 26 Kr. — obschon erst noch im Jahr 1688 neuerlich und auf immerwährende Zeiten bestättigt —.wurde als unstatthaft aufgehoben, die Gerichtsverwaltung dem Volke abgenom- men, sqhin das. Landammannamt rücksichtlich richterlicher Gewalt cassirt und demselben blos der leere Titl belassen. Dagegen wurde das fürstliche Oberamt als erste und der fürstliche Thron als zweite und letzte richterliche Instanz eingesetzt. Mehrere althergebrachte, durch theures Geld erworbene Rechte und Freiheiten — wenn auch der rechtliche Erwerb derselben durch Siegel ünd Briefe erwiesen vorlag — wurden den- Unterthanen auf Grundlage des von obengedachten ersten liechtensteinischen politischen Staatsreformators Herrn von Harprecht abgegebenen Reverats, aus Fürstenmacht abgesprochen. 6. ). Zwar wollten'sich die Unterthanen diese neue, sie aller Freiheiten beraubende Staatsorganisation nicht so leichthin gefallen lassen. Herr Landammann Basilius Hop von Balzers recurirte im Namen des Volkes an den römischen Kaiser als Reichsoberhaupt, durch welchen Rekurs von dem Reichshofkammergericht auf einen Vergleich angetragen wurde, welcher aber nicht zu Stande kam.
        

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