— 228 — Nun noch einige Angaben über den Verfasser des «Politischen Tagebuches». Johann Rheinberger wurde am 20. 6. 1764 in Vaduz geboren und starb ebenda am 16. 2. .1828. Seine Vorfahren waren schon seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts in Vaduz ansässig und unter seinen Nachkommen finden wir als Sohn den fürstl. Rentmeister Johann Peter Rheinberger und als Enkel den Komponisten Josef und den Haupt- mann und Landestechniker Peter Rheinberger. Johann Rheinberger war Zeit seines Lebens mit dem öffentlichen Leben verbunden. Mit 25 Jahren wurde er .«Oberamtsbote» das heisst, es oblag ihm, die amtliche Post vom nächsten Postamt in Feldkirch abzuholen und dorthin zu bringen. Oft wurde aber gerade für wichtige. Übermittlungen die Post nicht benützt und dann musste er als Kurier nach Chur, Glarus oder Zürich oder auch in entferntere süddeutsche Städte. Schon sein Vater und Grosväter hatten "vor ihm dieses Ver- trauensamt versehen. Johann Rheinberger war in seiner Jugend un- ermüdlich bemüht, die damalige mangelhafte Schulbildung durch autodidaktisches Studium zu erweitern. So ist eine Bemerkung des damaligen Feldkifeher Postmeisters v. Häusle bezeichnend, dass der .Amtsbote« der einzige Liechtensteiner sei, der korrekt schreiben könne».. Dies führte dann auch dazu, dass er weitere Verwendung, fand als «Hauptzoller» ferner als Schreiber beim, Oberamt und als Oberaufseher über das Strassenwesen. Eine undankbare und einiges diplomatisches Geschick erfordernde Aufgabe wurde, ihm während der Zeit der Franzoseneinfälle in unser Land mit der Organisierung der Einquartierung der fremden Truppen .überbunden. Die schlechte Bezahlung eines damaligen herrschaftlichen Beamten, die allgemeine Armut und Not der ganzen Bevölkerung, entstanden durch die Missjahre, durch Einquartierung und Plünderungen fremder Truppen, mögen die manchmal harten Formulierungen im «Politischen Tagebuch» zum Teil erklären. Zu einem weit grösseren Teil sind sie aber der Ausdruck, dafür, dass sich die liechtensteinische Bevölkerung, die sieh in früheren Zeiten einer relativ grossen Freiheit erfreut hatte, mit der neuen politischen Entwicklung ganz und gar nicht abfinden konnte. « Ausz.u.g aus dem politischen Tagebuch des,im Jahr 1828. zu Vaduz verstorbenen-Amtsbothen Johann R.Jh-e i n be r g;e r ».
        

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