— 23 — dene frührömische Münzfunde, zerstreut in verschiedenen Ortschaften. Liechtensteins86. An Bedeutung übertrifft der Schaaner Helmfund alle frührömischen Zeugnisse im Fürstentum87. . Unter den Kaisern Traian, Hadrian und Antoninus Pius (98 — 161 n. Chr.) erfahren wir einiges über die in Rätien stehenden Kohorten und ihren Wachtdienst. In der Regierungszeit Marc Aurels (161 —180 n. Chr.) stürmten die Markomannen und andere. Völker gegen" die Nordgrenzen des Römerreiches. Im nördlichen Rätien bezog die neu errichtete Legion III Italica Stellung, und Rätien wurde von einer pro- kuratorischen in eine kaiserliche Provinz erster Klasse umgewandelt. Ein Senator präetorialen Ranges führte die Verwaltung88. Konnten die energischen Massnahmen Marc Aurels die drohende Gefahr barinen, so entglitten Commodus (180— 192 n. Chr.) die Zügel mehr und mehr, so. dass sein Nachfolger Septimus Severus (193'—211 n. Chr.) alle Mühe hatte, den inneren Zerfall .aufzuhalten. Gegen seinen gefähr- lichen Rivalen Clodius Albinus rückten kaisertreue Legionen' durch Rätien und Südwestgermanien zur Entscheidungsschlacht bei Lyon, in der Severus siegte, und Clodius fiel89. Unter Kaiser Caracalla (211 —• 217 n. Chr.) wurden 212 n. Chr. sämtliche Reichsangehörige römische Vollbürger.'In seiner Regierungszeit um 213 fiel das erste* Mal das Wort Alemannen. Eine neue Epoche Rätiens setzt-hier ein"". Spätrömische Zeit Die römische Nordgrenze kannte keine Ruhe riiehr. Der Limes war zunehmendem alemannischen Druck ausgesetzt, und um 260 n. Chr. fiel die römische Grenzwehral. Die neue Grenze verlief nun vom Rheinknie bei Basel zum Bodensee und durch Vindelikien. Der Fall des obergermanisch-rätischen Limes war der Anfang eines langen Ringens. Die Alemannen kamen immer wieder. Ihre Unternehmungen waren umso wirksamer, als innenpolitische Wirren Roms Gegenmäss- 86. .Frommelt 1937, 69 ff.; 1950, 85 ff. 87. Literatur: Vonbank 195.4, 122 ff. 88. Stähelin 1948, 253 f.; Heuberger 1932, 68; Wagner 1928, 25. 89. Stähelin'1948, 255 f. . 90. He'rtlein 1928, 146 ff.; Wagner 1924, 20 ff. 91. RE 25, 611 f.; RE 1, 1277.-
        

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