— 21 — Tessin zu Rätien einbezogen, worden71. Damit stiess Rätien im Westen an Helvetien, -im Norden-an Germanien, im Osten'an die römische Provinz Noricum und im Süden an die Stadtgebiete von Mailand, Como und Trient. ;•.'';. Die Verwaltung' des rätischen. Gebietes oblag zunächst dem Ober- kommandanten des bei Augsburg stehenden Heeres, des Legaten pro praetore in Vindolicis72, den nach der Auflösung des Heerlagers ;im 9. n. Chr. 'ein P.räfektus namens S. P. Lusianus Hirrutus ablöste73. Ei- nige Jahre später verwaltete ein Prpkurator ritterlichen Standes, dem Kaiser direkte untergeordnet, das Gebiet; ihm kam bisweilen auch der Titel pro legato zu74. Gleichzeitig führte er den Oberbefehl über die in seinem Amtsbereich belassenen Auxiliartruppen! Um diese Zeit, trat anstelle der Völkernamen Räter und Vindeliker die Bezeichnung Pro- yincia Rätia75. Gegen Mitte des 3. Jahrhunderts wurde die bürgerliche und militärische Verwaltung Rätiens wesentlich verändert76. Römische Herrschaft Das Gebiet Liechtensteins wurde durch die Römer ins Spiel der Weltmacht miteinbezogen. Krisen und Triumphe Roms mochten in den abgelegenen. Alpen fernab nachklingen: der Zug römischer Soldaten an gefährdete'Nordgebiete, der in immer kleineren Intervallen stärker werdende Druck der Germanen in spätrömischer Zeit waren Ereignisse, die den geschichtlichen Ablauf rhythmisierten. Über die Regierung des'Tiberius• (14 — 37 n.'Chr.), Gajus (37 — 41 n. Chr.), Claudius (41—54 n. Chr.) und Nero (54 —68 n. Chr.) ver- änderten sich die Verhältnisse in Rätien kaum. Bei den Wirren des Dreikaiserjahres (69 n. Chr) rückte die rätische Miliz in die Helle schriftlicher Nachricht: mit besonderer Grausamkeit machten die al- pinen Hilfstruppen am Bözberg als Anhänger des Kaisers Vitellius die 71. RE 1, 48 f. 72. CIL V,, 4910 ; HM 196; Stähelin 1948, 108. 73. CIL IX, 3044; HM 196, 200, Nr. 34; vgl. Scala 19i4, 33. \ 74. RE 1, 49 f.; Heuberger 1932, 67; Wagner 1928, 15; Scala 1914, 34. 75. CIL V, 3936; HM 201; Nr.-36. '"' 76. Heuberger 1932, 
231 ff. "• ~ -.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.