— 126 — — was er zehn Jahre nicht getan hatte, — sondern direkt drängte, Auch Graf Königsegg hätte nun für seinen Mündel alle Sicherheiten gehabt, dass nicht wieder alles Geld in den Händen der Verwandten zerrinnt. Was Johann Adam von Anfang an geboten hatte, dass die Hauptsumme des Kaufes eigentlich mit einem Tausche verrechnet, werde, wird nun Wirklichkeit. Er scheint aber die drohende Art, in der ihm die kaiserliche Kanzlei geschrieben, nicht ganz verwunden zu haben, und wendet sich wieder an den Kaiser, nachdem nochmals aus Wien der Auftrag zur sofortigen Auszahlung des Kaufbetrages ergangen war. Fürst Johann Adam legt dar, dass von den Verkäufern in den zehn Jahren kein Kaufvertrag ^vorgelegt wurde, dass die Vormundschaft des jungen Grafen Franz Wilhelm stets nur Schwierigkeiten gemacht habe und dass schliesslich der Kaiser selbst seine Zustimmung nicht gegeben habe. Er verweist auf die grosse Summe,, die er dem schwäbischen Kreise gegeben habe. Seines «untertänigsten Erachtens» hätte er zum Abschlüsse dieses Kaufvertrages auf dem Rechtswege nicht gezwungen werden können, oder wenigstens müsse es ihm erlaubt sein, zur Dar- legung seiner gerechtfertigten Beschwerden seine Zuflucht zu nehmen. Der Kaiser sehe nunmehr den Kauf als abgeschlossen an, als ob das Heil der ganzen Familie Hohenems daran gelegen wäre, nachdem dieselbe zehn ganze Jahre in dieser Angelegenheit keine Entscheidung erwirkt habe. Er erkläre sich nun «allergehorsamst, Euer Kaiserlichen Majestät zu alleruntertänigstem Respekt und Ehren, wie hart mir auch mit dieser dermalen zu erkaufen unnötiger Herrschaft Vaduz geschie- het» bereit, den Kauf zu vollziehen und bei den gebotenen 290 000 Gulden zu bleiben. Dann stellt der Fürst den Antrag, der Kaiser wolle eine Kommission bestellen, mit der über die noch zu lösenden Fragen verhandelt werden kann. ' . . - Fürst Johann Adam erklärt dann, kategorisch, dass er die grosse Summe von 290 000 Gulden nicht ausgeben wolle, bevor nicht alle wichtigen Fragen abgeklärt seien, das könne niemand von" ihm ver- langen, und er zählt auf, was noch zu geschehen hat. ' ' Besonders interessant aber ist ein deutlicher Wink an den Kaiser:. Der Fürst erklärt, er habe das Geld gerade jetzt nicht zur Verfügung, «da ich absonderlich erst vor wenigen Tagen zu Euer Kaiserlichen Majestät.alleruntertänigsten Diensten eine Summa von fünfmalhundert;
        

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