— 117 — etwa so aus, dass man seine Idee nicht ernst nehme, sondern er bietet eine Prinzessin aus einem anderen Hause an . . . Wir wissen von der vorübergehenden Lösung: Fürst Johann Adam erlegt 250000 Gulden in die Kasse des schwäbischen Kreises und er- hält nun, was er angestrebt hat. In der Kasse des Reiches und beson- ders des schwäbischen Kreises herrscht Not. Kaum haben die Verhand- lungen eingesetzt, da schreiben schon Eberhard Ludwig, Grossherzog von Württemberg, und der Bischof von Konstanz, dass «bei dermaligerri Notstand des Kreises etwa die Hälfte gleichbalden erlegt werden wolle». Die endgültige.Lösung bringt bekanntlich erst der Kauf von Vaduz. Der Kauf von Schellenberg und Vaduz (Schellenberg allein bot die Voraussetzung nicht) hatte den ausschliesslichen Zweck, dieses Ziel zu erreichen. Ein Interesse an Land und Leuten war nicht vorhanden (bis 1842 hat kein Fürst das Land besucht), die Einkünfte boten keiner- lei Anreiz, nur Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat sollten mit dem Kaufe für die Familie endlich erreicht werden. , Soll die Grafschaft Vaduz verkauft werden ? Der 'Kaufpreis für die Herrschaft Schellenberg würde restlos zur Tilgung von Schulden aufgebraucht, und zwar für jene Gläubiger, die sich zu einem Nachlasse bereitgefunden hatten. Über 200 000 Gulden Schulden bestanden nicht mehr — aber die Finanzen des Grafen Jakob Hannibal waren noch immer nicht geregelt, und zwar aus zwei Grün- den: Die Einkünfte waren nun um den Ertrag von Schellenberg ver- mindert, und ausserdem bestanden weiter bedeutende Schulden. In einem «Verzeichnis der Schulden, welche auf Vaduz verbleiben», finden wir über 100 unbeglichene Posten mit zusammen 53 260 Gulden ! Die grössten Beträge sind Forderungen der Stadt Feldkirch und von Graubündner Geldgebern, die sich zu keinem Nachlasse bereit erklärt hatten, besonders der Familien Salis zu Maienfeld und Zizers, Sprecher zu Luzein und des Domkapitels zu Chur.. Wir finden auch ausständige Löhne: Ein Hofmeister hat drei Jahresbesoldungen zugut, ein Taglöh- ner Lohn aus 5 Jahren und ein Soldat den Lohn aus der Zeit, als er beim Grafen Jakob Hannibal im Felde gedient hat ! Zahlehmässig am , stärksten sind die Personen vertreten, die als Erben ihrer wegen Hexe- rei hingerichteten Verwandten Ansprüche stellen. Fast die Hälfte der' Forderungsposten stammen aus diesem Rechtstitel.
        

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