— 116 — Da und dort tauchen in den Akten Namen von Herrschaften auf, die in Betracht gezogen werden. Zunächst erkundigt man sich über die Grafschaft Megen in Holland, aber sie kommt nicht in Betracht, weil sie brabantisches Lehen, also nicht reichsfrei ist. Auch eine Besitzung des Fürststiftes Kempten genügt nicht. Weiter hören wir von Verhand- lungen mit der Stadt Rottweil wegen Kauf der Grafschaft Hohen-' zimmern: Der kaiserliche Obersthofmeister Fürst Dietrichstein (die Gemahlin des Fürsten Johann Adam ist eine Prinzessin Dietrichstein) macht auf die Herrschaften Sonnenberg und Bludenz aufmerksam, die . allerdings erst immediat gemacht werden müssten. Verzeichnisse über die, Einkünfte werden beschafft, und es gibt über diesen Plan besonders lange Verhandlungen, die. in manchem Akte niedergelegt sind. Wäre er verwirklicht worden, dann wäre ein Gebiet in unserer vorarlber- gischen Nachbarschaft in der Geschichte den Weg gegangen, den unser Land genommen hat, den Weg zur Souveränität. Als der Anwalt des Grafen von Hohenems, Dr. Roth, auf Schellenberg aufmerksam macht, fügt er bei, man möge aber auch die Grafschaft Tannhausen nicht ausser acht lassen. • Auch diese Akten sind ein Beweis, dass wir unsere Selbständigkeit eigentlich dem glücklichen Zufall verdanken, dass von allen Plänen gerade der von Schellenberg-Vaduz realisiert wurde. Bis nach Holland ging ja das Suchen ! . -Auch nach dem'Kaufe von Schellenberg ist die grosse Frage, der Glanz des Geschlechtes Liechtenstein durch Sitz und Stimme im Reichs- fürstenrat, nicht gelöst. Die Bemühungen gehen weiter, Zunächst ist einmal sogar von einem Tausche der Herrschaft Schel- lenberg gegen eine kemptische Herrschaft die Rede, aber der Haupt- berater des Fürsten in diesen Fragen, Baron von Ow, rät ab: Kempten werde bei feindlichen Einfällen immer in vorderster Front sein. Dafür hat er einen anderen kuriosen Plan, den er in einer «vertraulichen An- regung» darlegt: Es möge eine Allianz mit dem Hause Hohenzollern. geschlossen, eine Heirat vereinbart werden. Er wisse einen 15-jährigen hohenzollerischen Prinzen und drei Prinzessinnen von 14, 12 und 10 Jahren, Es werde sich schon ein liechtensteinischer Prinz oder eine Prinzessin finden,'und die zukünftige Heirat hebe das Ansehen der Familie, so dass Sitz und Stimme leicht zu erreichen sein werden. Als er auf sein Schreiben lange keine Antwort bekommt, deutet er es nicht
        

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