Commissario, Herrn Abbten zu Kempten, mit diesem Erinnern beyzu- schliessen, womit derselbe bei der Verkaufshandlung auf mich Refle- xion machen, möge. Mich anbei zu Kaiserlichen Hulden und Gnaden alleruntertänigst empfehlender Euer Kaiserlichen Majestät Unterthänigster Fürst Gehorsamster Diener Johann Ad. And. von Liechtenstein » Es ist leicht zu erklären, dass der Bischof von Chur, dem der kaiser- liche Kommissar sogleich von dem Angebot Mitteilung macht, keine Freude über die Nachricht hat. Kurz vorher war er selbst in einem neuen Offert auf 110 000 Gulden für einen Dauerkauf gestiegen. Der Bischof weist nochmals auf den geringen Ertrag von Schellen- berg hin und auf Ausgaben für Neubauten und Käufe, die in Chur bevorstehen. Es heisst dann: «Es stünde zwar Schellenberg (nit dem Ertrag, sondern anderer schon bekannter Ursachen halber) unserem Bisthumb wohl an, nichtdestoweniger mögen wir es einem solchen Käuffer gunnen, der überflüssig begeltet ist». Der Brief ist eine Absage. Man habe sich schon allgemein verwundert, schreibt der Bischof, dass er so hoch gegangen sei, und er dankt dem Fürstabt für seine Bemühungen. Bald tritt auch der Graf von Waldstein von seihen Kaufabsichten zurück, nachdem er gehört hat, welcher Betrag geboten wurde. Er be- teuert, dass ihm nicht die Einkünfte der Herrschaft massgebend gewe- sen seien, als er einen namhaften Kaufbetrag ansetzte. Er habe beim Kauf «vornehmlich das Absehen dahin gerichtet, damit diese uralte gräfliche Familie sich aus der Schuldenlast herauswickle und künftig bei besseren Zeiten die Herrschaft einstmals wiederum an sich- bringen möchte». . Aus einem Urkundenverzeichnis erfahren wir, dass auch Fürst Schwarzenberg eine formelle Absage erteilt hat. Die Würfel sind gefallen. Fünftausend Gulden geben den Ausschlag, dass unser Land dem Hause Liechtenstein zugefallen ist und nicht dem
        

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