fremden Münzen finden sich. Im Schellenberger Fund sind aber ge-" rade die verschiedenen Schillinge und die-Prager-Groschen mit den Zusatzstempeln der besondere kulturgeschichtliche Wert. Unser Fund muss also vor dieser.Zeit in den.Boden gekommen sein ; denn es ist doch kaum-denkbar, dass bei der Beliebtheit und Häufigkeit der neuen Münzen nicht etliche davon in den Fund-gekommen wären, umsomehr als ja kein Verbot wie, bei fremden Münzen dies verhindert hätte. Der Vergleich mit dem Schellenberger. Fund zeigt einen weiteren Umstand, "der uns beweist, dass der Schatz1 früh vergraben wurde. Die Münz- stätten um den Bodensee. gingen in der zweiten Hälfte des 14. Jahr- hunderts von den Bischöfen und-Klöstern an die. Städte über'und die - Stadtverwaltungen fingen an, mit anderen Geprägen, hauptsächlich Stadtwappen, ihre Münzen auszugeben. Der Vaduzer Fund zeigt nun keines dieser neuen- Gepräge, während der Schellenberger Fund nur -solches hat. Überdies-setzt um die Mitte des 14. Jahrhunderts eine beschleunigte Mürizyerschlechterung ein. Der Schellenberger Fund hat nur Kleinmünzen dieser Verfallszeit, der Vaduzer Fund-ist noch nicht davon erfasst. Alle diese -Überlegungen weisen darauf hin, dass der Vaduzer Schatz vor' 1400 in den Boden- kam ! Auch die zeitlichen Ansätze der Münzen selbst sprechen dafür: ',, Man frägt gerne nach kriegerischen Ereignissen, die Anlass geben konnten, das Geld vor räuberischen Zugriffen zu verbergen; wie dies beim Schellenberger Schatz-naheliegen mag. Ich.meine, es konnte auch etwas anderes die Leute äuf solche Gedanken bringen. Mit den ständi- gen Münzverrufungen wurden die Leute ja auch ständig geschädigt. Die Abwehr gegen solche Schädigung war-auch vielfach der Grund, warum die Stadtverwaltungen die Münzstätten -an sich zu bringen suchten, es dann allerdings genau so weiterhandhabten. Wir stehen .also mit unserm Fund- gerade in der Zeit der Rückrufe des alten, bessern Geldes. Es lag. nahe, um straffrei durchzukommen, sein gutes Geld zu verstecken und es dann eines Tages unter der Hand-teurer an , den Mann zu bringen. Man denke etwa an die strengen Bestimmungen zur Ablieferung des Goldes während des Weltkrieges und an die Prak- tiken,, dies zu umgehen. Auch ganz - private Gründe, wie. Misstrauen in die nähere Umgebung, unehrlicher Besitz, spiessefisches Wesen u. s. f., können Veranlassung gegeben haben, sein Geld zu vergraben, Was gerade in unserm Falle Grund hiefür war, überlasse ich dem Leser recht lebhaft auszudenken.. .
        

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