— 36 — sogar an, dass ein Grossteil der Präge-Eisen in Konstanz hergestellt worden, seien. 1240 ergeht eine erste Verfügung vom Bischof von Konstanz über die gemeinsame Münzordnung, die. wenn sie auch nicht den Charakter eines Vertrages an sich hat, immerhin ..beweist, dass Konstanz das' Münzwesen am Bödensee völlig in seiner Hand 'hatte. Später verpflichtete man sich vertraglich zur Münzvereihigung. Der Zusammenschluß könnte also für alle Beteiligten, nur von Vorteil sein. Auch in unserem'Gebiet, bis hinauf an die Landquart (also 'Montforter Gebiet) galt Konstanzer Währung," «<2ostenzer: oder Co- stitzer-Münz». So ist. auch'der Brakteatent'eil des reichen Fundes zur Hauptsache Konstanzerpfennig d, h. Pfennige,", die in Konstanz selbst oder in einer andern Stadt" nach Konstänzer Währung und Verein- barung, geprägt waren. Das Verzeichnis, gibt :ein klares Bild hierüber. St.' Gallen, Lindau, Überlingen, Ravensburg bilden mit Konstanz die "grosse Masse... , - , , Es ist der Erwähnung 
wert, dass Chur nicht' vertreten.'ist. Es- ge- hörte, dem Bodensee-Verband eben nicht an und-war mehr nach der ' Lombardei hin orientiert. Chur prägte zwar auch Pfennige, einen sogar nach Konstanzer Art, der wahrscheinlich auf • Friedrich v. Montfort ' zurückgeht. (Trachsel 22, Cahn 194), aber grundsätzlich war bei uns keine, oder sehr wenig Churer Währung im Umlauf: Bis jetzt ist im Lande eine einzige, viel spätere Münze aus Chur, ein sogeri.. «Churer- Böckler» von ca 1500 bekannt. (Trachsel 32), was -darauf hindeutet", dass selbst nach der Währungszerrüttung am Bodensee,- Churermünzen hier keinen Eingang fanden. Obwohl'- das Gebiet dem Bischof von Chür kirchlich unterstellt war, standen die Landesherren, Montforter und folgende, dem Bodenseegebiet dafür näher. Im Zusammenhang hiermit ist der Pfennig'aus Bludenz aufschlussreich. Fremde Münzen d. h-. Pfennige, die riicht im Münzverband geprägt'waren, sollten-inr , Verkehr nicht zugelassen sein, bis die Hellerwährung von Norden her eindrang und-sich behaupten konnte. Übrigens darf für unser Gebiet wohl angenommen- werden;' dass das Landvolk an diesen Währung.^ fragen nicht allzusehr'interessiert: war und sich weiterhin mit Tausch- handel behalf. Es war doch zu unserer.'Grossväter Zeiten noch so, dass einer ein ansehnliches Vermögen1 haben konnte, aber kein Bar- geld zuhanden 
hatte. ~\ - .' ' 
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