35 — C. Erläuterung t Für den Münzkundigen könnte die Veröffentlichung des vorste- henden Verzeichnisses • und etwa der besonderen Fündumstände ge- nügen, — er weiss ja-Bescheid,, — für den durchschnittlichen Leser unseres Jahrbuches sind jedoch einige Erläuterungen sicher erwünscht. • Er möchte Aufschluss haben über verschiedene Ausdrücke,'Geldver- hältnisse und geschichtliche Hinweise, hat aber selten, einschlägige Bücher zur Hand, — diese sind oft recht schwer zu beschaffen, — und mit einer noch so lebhaften Phantasie allein'ist in diesem Falle nichts • anzufangen. Ich verweise immerhin auf die umfassende Darstellung bei Cahn (s. Literaturverzeichnis), aber auch aüf die gedrängte Aus- führung, Kittelbergers zum Schellenberger-Münzfund in unserm Jahr- buch 1931. ' >• . . ' Für das Mittelalter muss als Grundsatz gelten : Geld ist Sachwert, d. h. jede Münze war soviel wert, wie das Metall und Gewicht an Wert auswiesen. Daher war das Gepräge nebensächlich und waren die verschiedensten Landesmünzen nebeneinander im Umlauf. Noch deutlicher als der Fund von Vaduz zeigt uns das der Fund.vom Schellenberg. Einen gesetzlichen Zwangskurs über den Sachwert hi- naus gab es nicht, wohl aber \ viel Betrug, indem man gutwertige Münzen einzog und schlechtere dafür ausgab, wobei die Münze und das Münzrecht zu einem einträglichen Geschäft gemacht -wurde, aber das Vertrauen in gleichem Masse schwand. Edelmetalle waren viel seltener als heute und daher um so kostbarer. Das Mittelalter trieb- einen regen Bergbau nach Edelmetallen und zwar auch in Gebieten, wo wirklich nach heutiger Anschauung sehr wenig zu holen war.'Das gleiche gilt von den «Goldwäschen». Das Verhältnis zwischen Gold, und Silber wär, wenn auch Schwankungen unterworfen, durchschnitt- lich etwa 10: 1. (heute 36 : 1). . 
: ' , - . Fast alle bedeutenderen Sädte oder Gebietsherren, hatten und übten eigenes Münzrecht; Handel und Verkehr aber zwangen gera- dezu zu einer einheitlichen Lösung d. h. zu einem. Zusammenschluss der Währung:. Führend in Handel und. Verkehr, am Bodensee war Konstanz und wurde daher, auch führend im Geldwesen d. h. die anderen Städte richteten sich in Gewicht und Feingehalt, ja sogar in Stempeleigentümlichkeiten nach dem Konstanzer Pfennig. Man nimmt
        

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