— 240 — Der um die Erforschung der liechtensteinischen Geschichte sehr verdiente Prälat' Joh. Baptist Büchel war ursprünglich der. Ansicht, dass" die im Jahre. 1850 in Schaan^aufgefuridenen Mauerreste dem im königlichen Reichsurbar (ca. 830/31) erwähnten königlichen Hof («curtis dominica») in Schaan zugehören müssten und dass'die St. Pe- terskirche die mittelalterliche Burgkapelle der Herren von Schaan ge- wesen sei.1?) Später stimmte er der Ansicht von Bergmann und Ferdi- ' nand Kelier bei und nimmt an, dass an der Stelle o'der auf den Ruinen des römischen Kastells unter den fränkischen Königen der Herrenhof errichtet wurde'.ic) Diese Ansicht Büchels übernimmt auch Dr. Andreas Ulm er in' seinem 1926 erschienenen Werk über «Die Burgen-und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins», er glaubt an den römischen Ursprung der Bauanlage und fügt seinen Ausführungen auch noch die Planskizze von Keller bei.17) In der von ihm neu; bearbeiteten Neuauflage von Peter Kaisers «Geschichte des Fürstentums. Liechtenstein» (1923) schreibt Joh. Bapt. Büchel (S. 19) r«Die römischen Geographen zählten von Bregenz an rheinaufwärts fünf Städte auf, nämlich Brigantium, Vikus, Ebodurum, Drusomagus und O.k t od u r um . Dieser' letzte Name bedeutet «Acht- ' türme», also einen mit acht. Türmen befestigten Platz. Nun wurden in Schaan vor Jahren die • Grundmauern eines umfangreichen Kastells, 'das mit acht Türmen flankiert war, ausgegraben. Somit dürfte dort das römische öktodurum gewesen sein». Nun hatte aber das Kastell Schaan nicht acht Türme, wie durch.die Grabung mit Sicherheit festgestellt . werden konnte. Auch beruht diese Annahme insofern auf einem Irr- tum, als die in diesem Zusammenhang aufgezählten Orte nicht von • Bregenz (Brigantium) aus aufgezählt sind, sondern sie lagen im Tai der Rhone, vom Genfersee aufwärts. Octodurus (Octodurum) war das heutige Martigny und. dieses bestand schon lange bevor das Kastell in Schaan erbaut wurde.1S) Die immer wieder in der. liechtensteinischen Literatur aufscheinende Ansicht, dass Schaan das von antiken Schrift- stellern und Geographen erwähnte Octodurum sei, hat auch Erwin P o e s c h e 1 berichtigt1'1)'. Da das Interesse am. Kastell von Schaan immer sehr rege war, die grundlegenden Ausführungen Ferdinand Kellers aber nicht mehr oder nur schwer zugänglich waren, veröffentlichte Kanonikus "Anton frömmelt im Jahrbuch 1941 (41. Bd.) des Historischen Vereins
        

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