— 221 .— Mit Maria Eberle waren anscheinend ihre 'Brüder Johannes (der schon einmal gefesselt im Schloss eingeliefert worden war) und Michel landflüchtig, geworden. Anfangs September 1681 kehrt Michel zurück und erklärt im -Wirtshaus in Nendeln, er werde morgen nach Planken gehen mit der Schwester und helfen, das Futter einzutun, darum wolle er weder den Grafen noch den Landvogt fragen; es seien jetzt andere vorhanden, die über diesen seien und mehr gelten als diese' alle. Gegen Johannes Eberle klagt ein Mann aus Planken, Eberle habe 'ihm gesagt, dass er im Hexenbuch stehe und er solle zur Obrigkeit laufen und sehen, wie er wieder daraus komme: Er berichtet auch, wie man, auf der Folter seine Schwester gefragt, ob der Vater des Klä-' gers auf den Hexentänzen ein Amt habe, worauf sie geantwortet, sie ( wisse es nicht, es habe aber die Obrigkeit nicht ausgesetzt, bis sie aus Furcht bekannt habe, er habe ein Amt. Nachher sei sie .weiter gefragt worden, wie er stehe, und sie habe gesagt: «Wie andere, auf den Füssen». Die Obrigkeit hat sich damit nicht .begnügt, sondern gefragt, •ob er nicht auf dem . Kopf stehe, woraüf sie dann wieder aus Furcht mit ja geantwortet. Der. Kläger gibt an, den Johannes Eberle-gefragt zu haben, ob er zu dieser Rede stehe, ünd dieser habe die'Antwort gegeben, vor der -kaiserlichen Kommission werde er alles sagen, vor 'seiner Obrigkeit aber nicht, die sei parteiisch. • , - ' '-. "-Wir sehen, nach der Einstellung-der Prozesse und dem Bekannt- werden,, welche Aufgabe der kaiserlichen Kommission'- gestellt wurde, werden die Reden freier. Däs Ansehen der Behörden ist bei den Ver- folgten untergraben. -Natürlich haben die "Heimkehrer bittere" Gefühle 'gegen manche ihrer Dorfgenosseh.-Was hat zum Beispiel Johannes Eberle doch erlebt, als er drei Tage auf den Eschnerberg und nach 'Feldkirch gehen wollte ? Einer seiner Nachbarn wusste davon, aber er ging zur Obrigkeit und gab dort an,, dass'Eberle flüchtig sei — und dann half er ihn in Feldkirch ausforschen, einfangen und fesseln ! Abbitte" und zehn Taler Strafe werden ausgesprochen, eine milde Busse, wenn man bedenkt, dass die Herrschaft angegriffen wurde., .Wir ahnen aus-diesen Vorgängen, wie sie.im Verhörstagprotokoll vom 15. September 1681-niedergelegt sind; dass der,Friede zwischen .den Familien, die-in den Prozessen gegeneinander standen, nochdange nicht eingekehrt ist. Es dauert noch Generationen, bis es so weit ist.
        

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