• —'207 — • _ ,./• ersehen können, dass in den Denunziationen die nötigen Umstände erfragt wurden," wie es in der Halsgerichtsordnung, erfordert , wird,', woraus dann die grosse "Unachtsamkeit, und Unbefugnis dieser Krimi- nalprozesse erscheint.' "• Und sollten auch die Anzeigenden auf ihrer Aussage verblieben und dann gestorben' sein, so kann doch solche ohne anderen Verdacht keine Wirkung.'haben, dehn-aüch die Sterbenden können lügen und - ' nicht jeder Sterbende ist ein Johannes der Evangelist. Aus den Proto- kollen "des. Land vogtes Walser ist an verschiedenen!Stellen zu sehen, dass die Denunzianten ihre. Anzeige durch den Beichtvater wider- rufen haben, welches auch hier geschehen sein kann, aber die An- zeiger sind nicht genannt' • , . 
!'V. ',• ' - ' - •'.'.-,'.'' Obz.war der beklagte Negelin sich aus dem Gefängnis entledigt: und, schier ganz entwichen wäre, so vermeinen wir doch nicht, dass er in Ansehung der obigen Umstände'hat können bestraft öder! pein- lich gefragt werden, wenn man bedenkt, dass' er ohne vorhergehende Verdachtgründe verhaftet wurde. Wenn jemand aus dem Kerker ent- flieht, so darf .er nach der Rechtsordnung dafür nicht gestraf t werden! umsoweniger ist" es als Geständnis der Schuld anzusehen. , Weil gegen .den Beklagten keine genügsame Anzeige der Zauberei' vorhanden gewesen ünd er überdies verneint, dass er mit dem Laster, behaftet sei, :so' 
können wir nicht finden, mit welchem Rechte man _ ihn habe, peinlich fragen können,-ünd selbst wenn die Obrigkeit Ur- sache zur Vorn'ehmung der Tortur gehabt hätte, so wäre doch. von- nöten gewesen, dass der Beklagte in Gegenwärt der Obrigkeit, Bei- sitzer und des Schreibers hätte gefoltert werden sollen, wovon aber im Protokoll nichts zu finden. , , ' , ' Im Verhandlungsprotokoll wird gemeldet, dass der Beklagte, wie er in Güte nicht gestehen wollte, an die"Folter geschlagen und. daran zwei oder* drei Vaterunser oder, aufs längste ein Miserere lang enthebt von der Erde gehangen sei'. Sodann wird gemeldet, der Beklagte hätte in der leichtesten Form der Folter bekannt; in der peinlichen Hals- gerichtsordnung ist äusdrücklich festgelegt,, dass die Aussage, die in der Marter geschieht, nicht angenommen oder in dem Protokoll aufge- - schrieben werden soll, sondern die Bekenntnisse seien erst aufzuneh- men,, wenn er von der Marter entlassen ist. ( 
/ .'•'•.'•' - Es-hat zwar der Beklagte bekannt, dass er Gott und alle Heiligen Verleugnet, Sodomie mit dem bösen Geist zum öfteren begangen, zu
        

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