seiner 'Ehre verletzt werden, denn die Einkerkerung ist auch eine Art von Folter,. weshalb. Erkundigung und Verdächt .vorausgehen müssen und der Richter alle Umstände, des Verbrechens genau uber- prüfen muss.. '.,• Wenn sich auch derNbesagte Christa Negelin,- nachdem man wider seinen Väter und\Brüder wegen Giftmischerei prozessiert, flüchtig gemächt so'ist nach unserem•• Bedünken- dies nicht\als genügsames Anzeichen zu betrachten, und er hätte vorher, müssen-wegen Zauberei im allgemeinen Leumund; bezichtigt werden oder durch glaubwürdige Anzeigen-verdächtig, sein. Wenn jemand durch die Flücht verdächtig gemacht wird, weil die Flucht den Fliehenden" anklagt und den Ver- dächt des, Verbrechens herbeiführt, so kann doch nicht immer, aus der Flucht allein ein Mensch verdächtig sein, zumal wenn-er aus anderem Grunde'entflieht, zum Beispiel'aus blosser Furcht oder wegen Verdacht . auf ällzuharfe Anklage 'oder wenn einer von anderen erfährt, dass er bald in Fesseln gewoffen; würde oder wenn er wegen'dem WütenMes .Richters sich der Flucht ergibt; so kann man ihm. glauben, dass er mehr aus Furcht vor Qualen und Kerker-als aus Schuldbewusstsein flieht. Es ist nicht nur die Flücht, sondern vor allem'• der, Charakter des Fliehenden zu beachten: ' ' - ,;' - v, .. ' Weil' der Beklagte in der Verhandlung bekannt hat,1 dass' sein ge- fangener Bruder ihn denunziert habe, hat. er zur . Flucht genügende Ursache gehabt, besonders aber auch, weil-er gewusst haben wird, wie unbefugt und widerrechtlich.-die Obrigkeit in . diesen. Kriminal- prozessen1 verfahren ist. •;.,'.•-.. . , . - i - Dass aber im Protokoll auf dem letzten Blatte gemeldet wird, dass der Beklagte von den Letztverbrannten sei zwölfmal denunziert wor-J den,' ergibt noch keine genügsame Ursache zum Verhaften, jä man wäre nicht einmal befugt gewesen, gegen ihnUritersuchungzu führen, da dergleichen Aussagen wohl aüs Häss und Neid geschehen sein kön- nen'. ' Ein Rechtsbuch sagt, dass auf blosse Beschuldigung von einem - Genossen des Verbrechens niemand einzukerkern sei, zumal die Erfah- rung-häufig zeigt; dass oftmals durch die Hexen.unschuldige, fromme- und vornehme Personen-fälschlich angegeben wurden, weil sie.gerne, sehen-möchten,'wenn sie brennen müssen, dass auch die ganze . Welt verbrenne. Ausserdem ist zu beachten, dass einer, der mit derselben Schuld beladen ist, keinen Glauben gegen einen anderen verdient und so nicht Zeuge sein kann. Wir nahen aber,auch nirgends aus den Akten-
        

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