204 '— •M. W. geholfen,, zumal der geschädigte. Schmied hierüber eidlich, nicht einvernommen worden ünd es nebenbei 
zeitlich auch^ga'r nicht zu- 'trifft. ; ' / ' • • •;. • •' •. Es hat,zwar-'die Beklagte bekannt,' hoch mehr Schaden an-Vieh verübt zu haben, man'hat aber'deswegen über.'die Gegenstände,'mit denen die Verbrechen verübt, keine,Untersuchung angestellt-' -.- ; ;' • Ob die Einvernahme, in Gegenwart der Obrigkeit geschehen, da- ' von'tut das Protokoll keine Meldung, sondern nur, dass die Beklagte im Beisein von sieben Männern-ihre Bekenntnisse .bestätigt habe. , Aus allem. Angeführten „erscheint, nun; dass man in Ermangelung . eines Verdachtes nicht befugt gewesen sei, die beklagte 
Dintlin-mit der peinlichen Frage, sonderlich aber mit der unerhörten Tortur des soge- nannten spanischen Fusswassers anzugreifen.-... ' ^' > ." - • : . Obschöh hernach .die Beklagte ihre Bekenntnisse bestätigt hat, so • hat solches "doch nicht'entscheidend sein , können, weil aus einem un- gesetzlichen Anfang keine gesetzliche Folge entstehen darf., •Dass äber-die .Beklagte'solche verborgene Verbrechen bekannt, wekhe sonst von-den Übeltätern begangen werden, kann-gar'leicht davon kommen, dass sie ausF-ürcht vor "der überaus.'grausamen Folter . solches'-bekannt,'was sie'doch niemals begangen, sondern nur von anderen gehört hat. . " '. . .,. . Überdies -hat-man die Corpora delicti: entweder gar nicht , oder nicht-in der vorgeschriebenen Art undFÖrm untersucht, heben dem,' '.dass hoch andere Fehler und Exzesse, mit der Folterung, wie gemeldet, begangen worden. "Daher ist dieser Prozess null und nichtig, und es . folgt auch von selbst, dass die Beklagte auf ungerechteste Weise zur Todesstrafe sei-'verurteilt worden. Hingegen ist die Obrigkeit schuldig, alle'Unkösten und Schäden, die sie durch diesen unförmlich geführten- Prozess verursacht, selbst-zu büssen. ,'Nicht weniger muss man-das konfiszierte Vermögen der Katharina- Dintlin ihren Erben-.samt Ertrag wieder ausfolgen lassen. -.'•.. , , • • •'•''' '•'.-•'. - *:•*• * • '• •-'-.'. ' . -' •• ' Aus.'diesem Prozess.können wir erkennen; wie aus einer einzigen 'Aussage, die noch dazu nicht'aus direkter'Erfahrung herrührt,' alles Unheil kommt:' Verhaftung, Folter," Geständnis, Tod, wie" es mit un-, heimlicher Regelmässigkeit geschah, wenn die Obrigkeit einen Prozess. ins-Rollen brachte. > -' - .'., -. ' :' 
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