da sie aber nicht vorher gestorben, ist sie wieder eingekerkert worden ! Ihr Bruder und ihre Schwester waren verbrannt worden, also müsste sie einfach auch gegen alle Rechtsform der Hexerei (überführt werden. Nur in den Protokollen' des Landvogtes' Andreas Josef Walser (1679 — 83, der Beamte stammt nicht.aus unserer Heimat) finden wir Vermerke, über die Folterungen,'und sie sind, wie bereits erwähnt, nachträglich an den Rand geschrieben;'Zeugnisse des schlechten Ge- wissens, Versuche, die Folterungen in' milderemLichte darzustellen. Wie grausam muss es in der Folterkammer auf dem Schlosse Vaduz erst in Wirklichkeit zugegangen seih !',' ~ ' «Potius mori quam vivere», lieber sterben als leben, ist das Grund- gefühl der Gequälten auf der Folter, und so kommen die Geständnisse aus, ihrer Brust. •tä-Der Teufelspakt ' Ohne-Ausnahme wird in den Bekenntnissen der Vertrag mit dem Teufel, der Teufelspakt, als Beginn der verbrecherischen Tätigkeit, als Voraussetzung für die Fähigkeit der Zauberei, angegeben. Der Teufel erscheint in menschlicher. Gestalt (eine Angeklagte sagt, er habe die Gestalt ihres Schwagers gehabt) und überredete sein Opfer, sich ihm ganz mit Leib und Seele zu „übergeben. Es liegt also ein richtiger Ver- trag vor. Der Teufel bietet die Fähigkeit des Zaubers, der Mensch muss dafür Gott und alle Heiligen verleugnen, er gehört fortan dem. Teufel und muss ausführen, was dieser von ihm verlangt. Auf die Versamm- lungen, die'der Böse mit seinen Untergebenen veranstaltet,- fährt er auf zauberische Weise "aus, und dort werden die Weisungen des Teu- fels ausgegeben, dort wird befohlen, wem und wie Schaden zu stiften ist. Der Teufel ist zum strengen Dienstherrn geworden. - Ein Angeklagter gibt an, der Teufel habe ihn' in ein Buch einge- tragen (in dem wohl die Verträge enthalten waren), ein ariderer sagt im Prozess, der Teufel habe ihm im Gefängnis in Gestalt einer Katze «das Papier», also den Vertrag,- wieder zugestellt. Er meint damit, dass er nicht mehr dem Teufel hörig sei; dass er sich freigemacht habe und nicht zürn Tode verurteilt werden könne. Es'herrscht also die Vorstel- lung eines durch Überredung, aber doch imiherhin" freiwillig geschlos- senen Vertrages zwischen zwei Partnern! aus dem es aber dann kein Entrinnen mehr gibt, denn der Teufel nimmt von Leib und Seele Be-~
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.