— 173 — - aber,um 500 Gulden von der Strafe los, die nur der Tod hätte sein können. Der Referent kann sich nur wundern, wie ein solcher Vorgang überhaupt möglich ist, wie man sich um Geld von einem Verbrechen freikaufen kann, das der Gemeinschaft so grossen Schaden zufügt. Die Urahne einer anderen Angeklagten hat 1000 Gulden für ihr .Leben geben, müssen, Im dritten Falle heisst es nur, dass die Ahna redimiert habe, die Summe wird nicht genannt. • . \ . . Der Räuberspruch «Geld oder Leben» galt in Vaduz für die Ge- richte, für die Obrigkeit, und gar zu oft ging es um 
Geld und Leben: - "Die Opfer "• Wer im Untersuchungsprotokpllbuch stand,' war keinen Tag sieher; wann ihn die Obrigkeit zur .«Inkarzeri'erung» holte. Eines Tages ging es los, es war die Zeit der Prozesse gekommen. Alle Verhaftungen in unserem Gutachten werden in den Jahren 1679 und 1680 vorgenom- men. Vom Februar bis April 1679 wird Verhaftung über Verhaftung, Verhör über Verhör vorgenommen, und sogleich schliesst die Folter an, denn man brauchte wohl die.Ge'fängniszelle schon für das nächste Opfer." So blieben den Armen lange Kerkerzeiten erspart. Im Jahre 1680 werden zu'drei Zeiten, im April, Juli-August, und November-Dezember Pro- zesse geführt,, noch viel mehr als im Vorjahre. Die letzte Einkerkerung, es ist eine Frau vom Trieseriberg, datiert vom 13. Dezember 1680. Der «Index accusatarum persoharum», das Verzeichnis der ange- klagten Personen! umfasst 122 Namen. Da auch die Fälle behandelt werden, die nur im Protokollbuch'stehen, ist die Zahl der Personen geringer, die vor'Gericht zur' Verhandlung kommen. Das Verbot der Prozesse hat vielen die Folter und das Todesurteil erspart. Gegen ,48 Personen wurde Prozess geführt."Ein angeklagter'Jüng- ling gesteht vor der Folterung und entflieht aus dem Gefängnis, eine Angeklagte gibt an, nur sich selbst Schaden am Vieh bereitet zu haben, . nicht anderen, und sie kann deshalb nicht zum Tode verurteilt werden, zwei Frauen überstehen alle Grade der Tortur und müssen freigelas- sen werden: Die anderen 44 Angeklagten werden gefoltert, gestehen und werden hingerichtet. Es sind überraschenderweise mehr Männer als Frauen, wohl weil sie als die Besitzenden im Hinblick auf die Kon- fiskationsgelder «lohnender» waren als die Frauen. .26 Männer und 18 Frauen erleiden den Tod. '.••'..';.' • •
        

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