— 72 — Auch gegen diese Ableitung sprechen indes gewichtige Gründe: a) für die Aussprache des Namens gilt — auch wenn wir von mhd. wert ausgehen — die unter 1. vorgebrachte Folgerung, b) die Bedeutung von mhd. «wert» ist fast immmer «Insel zwischen Wasser» und nur in Ausnahmefällen «Halbinsel am Wasser». Sollte gerade unser Fall eine solche Ausnahme darstellen? Ausserdem: eine Insel ist und war unser Berg wohl nicht, auch kaum eine Halbinsel, denn c) das Gelände bezeugt und die Geschichte berichtet, dass es sich bei dem «Wasser» am Werdenberg um einen künstlich angelegten See handelt.' Es ist kaum anzunehmen, dass der Berg erst nach Anlage des Sees seinen Namen bekommen habe; als mehr denn dieser auffallende Geländefleck dürfte er ihn längst vorher ge- tragen haben. Was. wollen wir nun, wenn wir alle drei vorstehenden Deutungen in Frage stellen, 'an deren Stelle setzen ? Es sei mir als Stuttgarter zu- gutgehalten, wenn ich das Folgende vorbringe: Der Württemberger Peter Goessler war der letzte, der den Namen seines Heimatlandes (den es dem gleich dem Werdenberg aufragenden Berg am Rande des Neckartals bei Stuttgart verdankt und der [wirda- bärg], gesprochen und 1153 Wertineberc geschrieben wird) dem kelti- schen Wort «dunon» zuschrieb, welches «umfriedeter, d. h. befestigter Platz, dann Burg, zumeist auf einem Berg, und endlich überhaupt nur Berg» bedeutete (man vergleiche den Donon in den Vogesen und den Taunus oder den Tuniberg beim Kaiserstuhl am Schwarzwald) und diesem den ebenfalls*keltischen Mannsnamen «Viro» vorsetzte: Viro- dunon — also «Berg, auf dem ein Keltenedler namens «Viro» seinen Sitz errichtete». (Wenn man später zu «dunon» nochmals «Berg» hinzu' setzte, so eben deshalb, weil man die Bedeutung des «dunon» nicht mehr kannte; so wurde «doppelt genäht»). Das französische Verdun wird so entstanden gedeutet, das nordwestitalienische Verduno, das spanische Berdun; und gleich diesen viele der Namen mit Werden-, Werten-, Wirten-, Würten- und ähnl. im einst von Kelten besiedelten Gebiet des späteren Alemannien. Ausser Peter Goessler sind die an- erkannten Namenforscher, der. Elsässer-Anton Schwaederle, der Öster- reicher Isidor Hopfner und der Schwabe Otto Springer dieser Meinung.
        

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