— 68 — liehe Herkunft unserer charakteristischen Bogenverzierung. Denn im späthallstättischen Gräberfeld von Linz a. D.'2S) erscheint sie in der girlandenartigen Ausprägung mit verblüffend ähnlicher Manier. Suchen wir im Alpenrheintal nach zugehörigen Bronzen, so ist, abgesehen von der oben erwähnten Tierkopffibel, bereits früher im stratigraphisch fassbaren Horizont2") der Schnellerkeramik von Cer- tosafibel .und schwach gebuckelten Klapperblechen die Rede30). Jeden- falls, sind aber aus alten Aufsammlungen des Montlingerberges auch Frühlatenefibeln, etwa der Duxerform, vertreten, die da wohl nur dem Schnellerhorizont zugewiesen werden können. Anscheinend verzahnen sich hier illyrische und keltische Kultureinflüsse, eine Erscheinung, die nach den vorhergehenden Ausführungen auch für den Dürrnberg zutrifft. . Zur Einengung unseres Schnellerhorizontes ist endlich bei der Grabung von 1954 auf dem Montlingerberg stratigraphisch ein Spät- latenehorizont gefasst worden, der eindeutig durch die bekannte Gra- phittonkeramik mit Kammstrichzier, bemalte Spätlateneware, stark reliefierte Glasarmringe mit aufgelegten gelben Wellenfäden, mehrere Nauheimerfibeln und ein Bronzeblechfragment mit der Flechtband- verzierung. auf der Crista des Igiserhelms charakterisiert ist. Wie zu erwarten, war damit auch römische Keramik des 1. Jh. n. Chr. ver- gesellschaftet. Damit ist auch, der früher vorgetragene Zweifel am Grabungs- befund von der Luzisteig wieder in ein klareres Licht gerückt worden. Im seinerzeit von K. Keller-Tarnuzzer31) vorgestellten Fundstoff heben sich deutlich wenigstens drei uns hier interessierende Kulturhorizonte ab. Da sind einmal die Scherben mit den Sparrenmustern (Abb. 11, 17, 18), wie sie für den Montlingerberg, den Schneller und Bludenz der ausgehenden Hallstattzeit zugeordnet wurden32). Der Becher mit '-s) P. Karnitsch, Mitt. d. Anthrop. Ges. in Wien LX. 1930, S. 141 ff. -") Zeitschr. f. Schweiz. Arch. u. Kunstgesch. 44, 1954/55, S. 132. Gero von Merhart schon weist S. 108 die ostalpine Tierkopffibel "mit der Braubacherschale und der Certosafibel Frühlatene zu; man könnte dafür kaum eine schönere Bestätigung finden, als sie die geschlossenen Grab- funde vom bereits angezogenen Grab am Bachbauernköpfl oder vom Grab XII bei Klose gebracht haben. •'") Jahrb. d. Hist.-Antiqu. Ges. v. Graubünden 67, 1937, S. 33 ff. :'-) Zeitschr. f. Schweiz. Arch. u. Kunstgesch. 15, 1954/55, S. 137.
        

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