Alle drei Pläne sindi,besonders auch für die-Lokalgeschichte der Gemeinde Balzers wertvoll, geben sie doch in verschiedenster Richtung Auskunft; so "über die damalige Anlage der Wege, 'den Verlauf .der Bäche, die "Ausdehnung'-der Dorfteile Balzers und Mals, die Läget der alten Kirche und-'der Kapellen u. s. f.. Flurnamen enthält keine der Zeichnungen und doch freut3sich der Erforscher der'alten Ortsbezeich- nungen an ihnen, denn die Rheinüberfahrt ist genau-dort eingezeich- net, wo heute die Flur den Namen «Schifflande» trägt. Der Bach, der heute westlich von Mäls geführt ist, floss vor 250 Jahren noch direkt durch Mäls und der Name «bim Bröckle»' im "Zentrum von' Mäls hat daher seine volle Erklärung gefunden. Nördlich des Burghügels "von Gutenberg teilt sich auf der Karte von 1750 der Bach in zwei Arme, die sich weiter nördlich wieder vereinigen und so eine kleine Insel bilden. In der Nähe dieser Stelle heisst es heute noch «auf der Insel» oder «bei der Insel». Es muss sich allerdings bei der flurnamengeben- den Insel nicht gerade um diese gehandelt haben. Die Flur, die südlich vom «Kaltwehkapelle» liegt, heisst heute «St. Annabild». Poeschel schreibt in den KDM Seite 57 in Bezug auf die verschwundene Kapelle St. Anna in der Au folgendes: «Die Kapelle, die bereits im Visitations- protokoll' von 1640 genannt wird, stand vermutlich westlich von Gu- tenberg und nördlich von Maria Hilf . . . ». Unsere Karte von 1750 gibt den Standort dieser abgetragenen Kapelle, an die heute nur noch der Flurname «St. Anna Bild» erinnert, genau an. Die Vermutung Poeschels war auch hier ziemlich zutreffend. Vergleichen wir das alte Gutenberg mit dem in den Jahren 1906 - 1910 entstandenen, so fällt uns vor allem auf, dass die Nord- und Ost- ansicht eine ganz andere geworden ist. Die Einteilung der heutigen Burg innerhalb und ausserhalb der Ringmauern unterscheidet sich vom früheren Zustand wesentlich. Man kann sich die Frage stellen: Wie hätte wohl Egon Rheinberger Gutenberg wieder aufgebaut, wenn ihm diese alten Dokumente zur Verfügung gestanden hätten ? Hätte er sich an das alte Vorbild gehal- ten oder hätte er sich trotzdem in der Gestaltung so frei bewegt ? Wie ich ihn noch gekannt habe, wäre wohl eher das erstere der Fall ge- wesen. Dann hätte die Burg wieder das ernste Aussehen von früher erhalten, dann wäre die St. Donatskapelle wieder im Burginnern ent- standen u. s. f..
        

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