— 45 — der barockschen Richtung zugewandt, keine Unmöglichkeit, wenn man bedenkt, wie man Werke verschiedener Stilformen Multscher, dem älteren Syrlin, Gregor Erhart zuweist. Die Bestätigung für diese stilgeschichtliche Einschätzung liefert nun wieder der Meister E S. Es gibt bei ihm vier Darstellungen des Martyriums des Hl. Sebastian. Zwei davon L. 155 u. 158 zeigen den Typus des Günzburger Sebastian, zwei davon den Typus des Seba- stian in Vaduz. Auf die Ähnlichkeit zwischen dem Sebastian aus Günzburg und dem Stich L. 158 bat Hessig im genannten Werke aufmerksam gemacht. Der Sebastian des Stiches L. 157 ist demjeni- gen in Vaduz sehr ähnlich. Beitie besitzen die gleiche Stellung der Beine, den gleichen Brustkorb, den gleichen Knick der Lenden, die rechte Hand ist fast gleich an den Stamm gebunden, die Linke ist nach oben gerichtet, aber beim Sebastian des Stiches nicht nach innen gebogen, sondern sie hängt nach aussen herab. Übrigens ist der linke Oberarm beim Sebastian in Vaduz neu. Nach L. Fischel, Arobives Alsaciennes 1935 S. 187 f. ist der Stich L. 157 warhrschein- lich eine Kopie einer verlorenen Tafel des Meisters der Passion in Karlsruhe, den sie mit Hans Hirtz in Strassburg Identifiziert. Damit steht der Hl. Sebastian in. Vaduz im g.eiohen Zxisanimenhange wie die beiden Vesperbilder. Dieser gleiche Zusammenhang berechtigt zu sagen, dass sie von der gleichen Hand sind, nicht aber aus der gleichen Zeit. Das Vesperbild im Münster in Überlingen folgt dem Typ der Gottesmutter im Vesperbild in Mauren, der Heiland ist anderer Art. Es scheint das Werk eines Nachahmers dieses grossen Meisters zu sein. Seine Anatomie vermag er nicht nachzuahmen. Es wäre noch von einer Maria mit dem Kinde aes Amtenhausen bei Engen in der Lorenizkapelle in Rottweil zu retten. Sie dürfte in die gleiche Kate- gorie fallen wie das Vesperbild in Uberlingen. Die Qualität ist nicht so, dass etwas Bestimmtes gesagt werden kann und muss. V. Es gibt noch ein Hilfs- oder Nebenschema, um die beiden Ves- perbilder in Mauren und Rottweil einzuordnen. Es ist das Schema der verschiedenen Formen, die das Vesperbild in der Zeit von 1320 bis 1500 angenommen hat,.das W. Pinder in seiner Abhandlung: Die
        

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