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- Festansprache des fürstlichen Regierungschefs Alexander Frick, anlässlich -der Souveränitätsfeier am 9. September 1956 Durchlauchtigster Landesfürst, Durchlauchtigste Mitglieder des hochfürstlichen Hauses, Herr Bundesrat, Exzellenzen, Herren der St. Galler, Graubündner und Vorarlberger Regierung, Hochverehrte Ehrengäste, Liebes Volk von Liechtenstein ! Eigenartig ist so vieles in unserem Lande, eigenartig ist vor allem auch manches in unserer älteren und neueren Geschichte. Wenn wir heute die 150. Wiederkehr des Jahres der Erlangung unserer Souve- ränität feiern, so erinnern wir uns daran, dass nicht ein Aufstand unserer Väter, nicht eine Revolution gegen die damalige Staatsordnung, auch nicht ein Befreiungskrieg an der Wiege unserer Eigenstaatlichkeit steht, wie das sonst bei den meisten Nationen der Fall ist. Unsere Väter hatten am Zusammenbruch der alten Reichsordnung keine be- sondere Freude ; das Selbständigwerden wurde nicht mit Böllerschüs- sen gefeiert. Im Gegenteil ! Zeitgenössischen Aufzeichnungen ist mit aller Klarheit zu entnehmen, dass sich vor 150 Jahren in unserem Volke ein Gefühl der Vereinsamung, der Unsicherheit, ja der Isolie- rung breitmachte. Der Kaiser, der als letzte und oberste Instanz im Verlaufe der vielen Jahrhunderte in so mancher Auseinandersetzung angerufen wurde, war nicht mehr. Bis dahin galt der deutsche Kaiser auch bei unserem Volke als Garant der Sicherheit und der allmählich erworbenen Volksrechte. Unser Volk wusste lange Jahrzehnte hin- durch mit der erlangten Eigenstaatlichkeit nicht viel anzufangen. So verstehen wir den Passus in der Präambel zum Zollvertrag mit Österreich aus dem Jahre 1852, der da läutet : «Seine Majestät der
        

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