- :i.5 — Darmstadt, der bisherige Fürst, jetzt Herzog von Nassau-Usingen, der Fürst von Nassau-Weilburg, die Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, die Fürsten von Salm-Salm und Salm- Kyrburg, der von Isenburg-Birstein, der Herzog von Aremberg, der Fürst von Liechtenstein und der bisherige Graf, jetzt Fürst von Leyen. Durch die Rheinbundsakte vom 12. Juli 1806 (Acte de la Confedera- tion du Rhin) traten die erwähnten 16 deutschen Fürsten, beziehungs- weise deren Staaten, als «Etats Confederes du Rhin» zu einem Staaten- bund unter Napoleon als «Protecteur de la Confederation» zusammen und sagten sich gleichzeitig vom Reiche los. Als Zweck dieses Staaten- bundes gibt Art. 1 der Vertragsurkunde 
an: Die Erhaltung der äusseren und. inneren Sicherheit Süddeutschlands; in Wirklichkeit war wohl das dadurch geschaffene Schutz- und Trutzbündnis mit Frankreich der Hauptzweck des Rheinbundes. Sämtliche Mitglieder wurden als souveräne Staaten bezeichnet. Als Souveränitätsrecht bezeichnet die Rheinbundsakte (Art. 26) das Recht der Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit, Polizei, Militäraushebung und Besteuerung. Organ des Bundes sollte eine zu Frankfurt tagende Bundesversammlung sein, welche aus einem königlichen und einem fürstlichen Kollegium bestehen sollte, unter dem Vorsitze des bishe- rigen Reichserzkanzlers als Fürstprimas oder seines von dem hohen Protecteur zu bezeichnenden Nachfolgers. Die Bundesversammlung ist nie ins Leben getreten, und auch das Grundgesetz des Bundes, des- sen Ausarbeitung vorgesehen wurde, kam nicht zustande. Dagegen übte der Rheinbund eine für die spätere Entwicklung des Reiches be- deutsame Wirkung aus. Einmal durch die Mediatisierung der Reichs- - ritterschaft des Deutschen Ordens und des Johanniterordens, sowie sämtlicher nicht in den Rheinbund aufgenommenen Fürsten, Grafen und Herren, die der Souveränität der Rheinbundstaaten unterworfen wurden, und zweitens durch die vollständige neue Organsiation der einzelnen Rheinbundstaaten kraft der ihnen eingeräumten Souveräni- tätsrechte. Die meisten Rheinbundstaaten entwickelten in dieser Zeit eine rührige Tätigkeit auf allen Gebieten der-Gesetzgebung und Ver- waltungsreform, z. B. durch Aufhebung der. Leibeigenschaft, Beseiti- gung vielfacher Standesvorrechte, Pflege religiöser Toleranz, wodurch die Grundlage zu einem freieren Staatsleben gelegt wurde. Die Rhein- bundfürsten verzichteten gegenseitig auf alle diejenigen Rechte, welche einem derselben im Gebiete der andern zustanden.
        

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