— 12 - Behandlung der Kontingentstruppen wurde 
als schimpflich empfunden und1 bewirkte, wenigstens vorübergehend, in der Bevölkerung einen Stimmungswechsel gegenüber Österreich. Auf Grund des Waffenstillstandsabkommens, das der Schwäbische Kreis am 27. Juli 1796 mit den Franzosen geschlossen hatte, sollte er eine Kontribution von 12 000 000 Franken an die Franzosen bezahlen. Der liechtensteinische Anteil an dieser Kontribution betrug 24 000 Franken. Von Ulm drängte man wiederholt auf Bezahlung dieses An- teils. Aber die liechtensteinichen Gemeinden lehnten die Bezahlung ab. Der Friede von Campo Formio im Oktober 1797 hatte für Europa eine kleine Atempause gebracht. Aber im Herbst 1798 begannen die kriegerischen Unternehmungen von neuem. Die Franzosen rückten in unserer schweizerischen Nachbaschaft bis an den Rhein und besetzten das linke Rheinufer von Ragaz bis zum Bodensee. Ihnen gegenüber lagen die Truppen des Kaisers in Vorarlberg, Liechtenstein und Grau- bünden am rechten Ufer. Unsere Bevölkerung musste den Truppen Wachthütten am Rhein errichten und auf den Wiesen in Mauren und .bei Tisis Schanzen bauen. Im Frühjahr 1799 begannen die Feindselig- keiten des zweiten Koalitionskrieges, unter denen Liechtenstein gleich von 
Anfang schwer zu leiden hatte. Der französische General Massena überschritt den Rhein bei Trübbach und Bendern und drängte die kaiserlichen Truppen sowohl im Süden wie .im Norden des Landes zurück. Nachdem die Luziensteig erobert war, schlug er sein Haupt- lager in Nendeln auf, von wo er den Angriff gegen Feldkirch unter- nahm. Es gelang ihm aber nicht, die Stadt zu erobern. Er musste un- verrichteter Dinge wieder aus dem Lande abziehen. Der Herbst des Jahres 1799 brachte dann den Durchmarsch der Russen durch unser Land. Der Chronist Heibert gibt eine drastische Schilderung dieses Russehdurchzuges unter General Suwarow. «Einen unbeschreiblichen Hunger brachten die Russen aus der Schweiz. Sie fielen über alles her; aßen unreife Trauben, Türken und Obst. Auf der Landstrasse ging es schrecklich her. Schuhe und Kleider nahmen sie den Leuten ab vom Leib». Das Jahr. 1800 brachte den Franzosen neuen Erfolg in Süddeutsch- land. Der Schwäbische Kreis musste 6 000 000 Franken Kriegskontri- bution bezahlen und 10 000 Paar Schuhe liefern. Davon traf es dem Stande Liechtenstein 187 Paar Schuhe und 13 038 Franken. Unser Land hatte in diesem Jahre wieder neue Einquartierung der kaiserlichen
        

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